Ein Kamptaler Sommer wie damals.

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Die Füße im kühlen Wasser, in Gedanken noch bei der Soiree im Schlosspark: Das Kamptal, seine Kultur und Kulinarik, die tiefgrüne Natur und die rot-weiß-roten Badehäuser begeistern seit 1900.

Von Kaisern und Königen empfohlen, vom Adel geliebt: Das Kamptal und seine verwunschenen Ecken, die kühlen Wälder und erfrischenden Rieden zählten um 1900 zu den beliebtesten Sommerfrische-Zielen. Weit genug weg, um den Alltag hinter sich zu lassen und doch so nah, um für einen Sprung ins Strandbad vorbeizuschauen. Aber wir warnen Sie: Wer einen Blick ins bunte Kulturprogramm wagt, wird bleiben wollen.

Kamptalvillen, Kulturjuwele und Kurbäder.

Dort, wo die Kulinarik wohnt, die Kunst aufblüht und die Strandbäder in immergrüne Wälder eingebettet sind, da will man bleiben und die Schätze der Region entdecken. Genau darum findet man in und um den bekannten Luftkurort Gars am Kamp die schönsten Kamptalvillen. Zeitzeugen einer mondänen Ära, in der Fräuleins mit jungen Herren anbandelten und bei einem Spaziergang entlang des Kamps die Natur und so manche Gemeinsamkeit entdeckten. Manchmal fand die Liebe unter Paul Trogers Engeln und Heiligen im Benediktinerstift Altenburg ihren Höhepunkt. Dann wieder feierte man die Liebe im Renaissanceschloss Rosenburg. Auch heute kann man hier noch heiraten – oder sich von der Greifvogelschau beeindrucken lassen. Wer selbst hoch hinauf will, dem empfehlen wir den angrenzenden Kletterpark. Diesen und viele andere Ausflugsziele besucht man übrigens gratis mit der Niederösterreich-CARD.

Bewegt man sich von Gars Richtung Süden, wird’s richtig erfrischend – und herrlich retro. Denn dort warten die historischen Kamptalbäder, allen voran das entzückende, denkmalgeschützte Strandbad Plank am Kamp. Seit mittlerweile 100 Jahren erfrischt es Geist und Körper. Kinder strahlen mit den rot-weiß-rot gestrichenen Badehäusern bei einem Eis um die Wette. Die Kulisse mit den Kabinenhäusern, dem glitzernden Kamp und der weiten Liegewiese ist einmalig. Wer hungrig wird, wendet sich vertrauensvoll an die Bachmanns und ihren Strand-Heurigen. Lammbratwürstel „von nebenan", Schafmischkäse oder Bauerng'selchtes, was darf's sein?

Ein paar Ortschaften weiter liegt Schönberg. Die „Alte Schmiede“, eine wunderbare Melange aus Galerie, Museum und Vinothek, ist der ideale Ort, um die schönsten Wanderungen zu planen – zum Beispiel jene am Waldlehrpfad, oder doch lieber die am Weinlehrpfad? Im Naturpark Kamptal-Schönberg gibt es die wahrscheinlich schönsten Aussichten. Erfrischend wird es am Flusslehrpfad, fordernd ist der Trude Marzik-Weg. Fast alle Strecken führen durch Mollands, wo man in der Weinbeisserei das Wechselspiel zwischen Teller und Keller genießt. Wer weiter ziehen will, marschiert am Weinweg vorbei an Rieden und gut gefüllten Weinkühlschränken zum nächsten Ziel: der interaktiven Weinerlebniswelt LOISIUM nach Langenlois.

Kulinarik, Kunst und Klang.

Ein wichtiges Element der Sommerfrische ist heute wie damals der regionale Genuss. Und dafür ist das Waldviertel die erste Adresse. Ganz kaiserlich schmecken nämlich die Grossauer Edelkonserven aus Schönberg am Kamp oder auch Eingemachtes & Eingelegtes von Andrea Gillinger in Langenlois. Die Hofkäserei Robert Paget in Diendorf mit Wasserbüffeln auf der Wiese und feinsten Erzeugnissen im Kühlregal wartet in Hadersdorf – was wiederum wunderbar mit einem Besuch im Daniel Spoerri Museum verbunden werden kann. Direkt in Langenlois besucht man die Erste Kamptaler Essigmanufaktur. oder den Wochenmarkt (freitags von 6:45 bis 11:00 Uhr). Unser Markt-Tipp: Die selbstgemachten Teigwaren von Doris Wasserburger! Zum Genießen kann man in Langenlois aber auch das LOISIUM Wine & Spa Resort aufsuchen, wo Design und Wein verschmelzen. Oder lieber im Ursin Haus rasten und sich durch die Kamptaler Weine kosten – hm, wird wohl beides werden, oder? Also lieber ein Zimmer buchen, zum Beispiel im Vierzigerhof oder gleich direkt beim Wein und damit bei einem der besten Winzer der Region, dem Heurigenhof Bründlmayer (Rosé bestellen!), der auch zum Übernachten einlädt. Ausklingen lassen kann man in Langenlois den Tag übrigens auch herrlich beim Heurigen Steinschaden am Sauberg oder beim Heurigen Nastl. Gleich ums Eck wartet noch ein Kinder-Kultur-Tipp: Ritter Rost tritt in den Kittenberger Erlebnisgärten in Schiltern auf – und die sind ja allein schon ein Erlebnis! Erwachsene können sich auf die Schlossfestspiele Langenlois und auf den Gartensommer Niederösterreich in Langenlois und Schiltern freuen, auch wenn sie erst 2021 wieder stattfinden.

Wer Langenlois besucht, sollte unbedingt einen Abstecher nach Krems an der Donau machen und über die Kunstmeile flanieren oder eine kühle Brise bei einer Bootstour genießen. Von Krems ist es nicht weit nach Senftenberg, wo man am besten am zweiten Samstag im Monat abends zum Musikantenstammtisch beim Schlapf'n Wirt geht. Romantische Sommerfrischler finden wiederum in Gneixendorf ihr Glück. Das unglaublich romantische Schloss Wasserhof, einst im Besitz des Bruders von Ludwig van Beethoven – der dort selbst immer wieder das dreifenstrige Eckzimmer im ersten Stock bewohnte – ist eine Augenweide. Der schlosseigene Schüttkasten wird im September zum 250. Geburtstag von Beethoven mit einer eindrucksvollen Konzertreihe bespielt. Wer länger bleibt, kann übrigens ganz gemütlich im Cobaneshof übernachten.

Fulminantes Finale der Kamptaler Sommerfrische bildet Schloss Grafenegg mit dem Wolkenturm. Historismus und Futurismus treffen sich hier in der Gegenwart und beeindrucken. Mit Schloss und Park, der Reitschule aus dem 19. Jahrhundert und natürlich der atemberaubenden Open Air Bühne. Die wird ab 14. August mit der Eröffnung des Grafenegg-Festivals wieder bespielt.

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