Archäologische Fundstellen

Historische Funde

Zahlreiche archäologische Fundstätten zeugen von der langen und ereignisreichen Besiedlungsgeschichten Niedererösterreichs: Von den ersten Spuren der Neandertaler und deren primitiven Werkzeugen bis zum wohl berühmtesten Artefakt, der 25.000 vor Christus entstandenen Venus von Willendorf. Von Gräbern aus der Bronzezeit hin zum bis heute erhaltenen römischen Legionslager Carnuntum. Von mittelalterlichen Burgruinen und Schatzfunden bis hin zu Kriegsschauplätzen aus der Neuzeit reichen die Ausgrabungs- und Forschungsstätten. Wir zeigen Ihnen eine repräsentative und kuratierte Auswahl dieser Fundstellen.

Umgeben von sanften Hügeln und üppigem Grün strahlt die Venus von Willendorf eine zeitlose Anziehungskraft aus. Die ruhige Atmosphäre lädt dazu ein, in die Geschichte einzutauchen und die Schönheit der Natur zu genießen.
©© Robert Herbst
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Regionen

Alle archäologischen Fundstellen

  • Kriegsgefangenenlager Purgstall: Eingang zum Lagerfriedhof Schauboden
    ©ARDIG, Volker Lindinger

    Das Kriegsgefangenenlager in Purgstall an der Erlauf

    3251 Purgstall
  • Werkzeug aus Geweih vom Kahlenberger im Musem Mödling
    ©Jakob Maurer

    Die Siedlung aus der Hallstattzeit am Kalenderberg bei Mödling

    2340 Mödling
  • Landschaft mit bewaldetem Hügel und Häusern im Vordergrund.
    ©Peter Ableidinger / Archiv Krahuletz-Museum

    Der Hausberg von Gaiselberg

    Gaiselberg, Kellergasse, 2225 Gaiselberg
  • Mit roten Streifen bemalte Lamelle aus Mammutelfenbein, Krems Wachtberg
    ©ÖAI, ÖAW

    Die Säuglingsgräber von Krems Wachtberg

    Josef-Kinzl-Gasse 7, 3500 Krems an der Donau
  • Blick auf einen Skywalk auf einem felsigen Berg mit Bäumen im Vordergrund.
    ©Lindinger Volker, ARDIG

    Der Depotfund von Stollhof – der älteste Goldschmuck Österreichs

    2724 Stollhof
  • Bei Ausgrabungen gefundene Speisereste: Stücke von Schildkrötenpanzern
    ©Rudolf Gold

    Die Kartause in Mauerbach

    3001 Mauerbach
  • Westmauer des Kastells mit Hufeisenturm, Mautern
    ©Florian Schulte

    Mautern – das antike Favianis

    3512 Mautern an der Donau
  • Gürtelgarnitur aus Bronze eines awarischen Mannes aus Grab 81
    ©Landessammlungen Niederösterreich, UF-19018/081

    Das awarische Gräberfeld von Leobersdorf

    2544 Leobersdorf
  • Landschaftsansicht von einem Aussichtsturm mit Wäldern, Feldern und einer kleinen Kapelle.
    ©Leiser Berge

    Der spätantike Königssitz am Oberleiserberg

    Oberleiserberg, 2115 Ernstbrunn
  • 5700 Jahre altes Keramikgeschirr vom Kogelberg
    ©Landessammlungen Niederösterreich, UF-4910

    Das jungsteinzeitliche Dorf am Kogelberg in Zöbing

    Zöbing, 3561 Zöbing
  • Archäologische Ausgrabung im Jahr 2018
    ©Alexandra Krenn Leeb

    Die bronzezeitliche Burg in Ratzersdorf

    3124 Ratzersdorf
  • Landschaft mit Feldern und Bauernhof in der Ferne.
    ©Franz Pieler

    Die jungsteinzeitliche Siedlung in Schletz

    2151 Schletz

Funde an der Donau

Seit der Altsteinzeit ist die Donau eine der wichtigsten Transitachsen Europas, über die Menschen Waren und Innovationen transportierten. Dank des milden Klimas lagerten im Donautal schon vor fast 30.000 Jahren Gruppen von Jägern und Sammlern, wovon bedeutende Fundstellen wie Willendorf und Krems-Wachtberg zeugen. Die sesshafte Lebensweise und Landwirtschaft verbreiteten sich, von Südosten kommend, um 5500 vor Christus ebenso entlang der Donau wie die Metallurgie etwa 2.500 Jahre später. In der Römischen Kaiserzeit (1. bis 4. Jahrhundert nach Christus) wurde die Donau zur Grenze – dem Donaulimes –, die mit Legionslagern, Kastellen und Wachtürmen gesichert war. Römische Bausubstanz findet sich noch heute in vielen mittelalterlichen Städten und Kirchen, etwa in Mautern, Tulln und St. Johann im Mauerthale.

  • Mit roten Streifen bemalte Lamelle aus Mammutelfenbein, Krems Wachtberg
    ©ÖAI, ÖAW

    Die Säuglingsgräber von Krems Wachtberg

    Josef-Kinzl-Gasse 7, 3500 Krems an der Donau
  • Westmauer des Kastells mit Hufeisenturm, Mautern
    ©Florian Schulte

    Mautern – das antike Favianis

    3512 Mautern an der Donau
  • Fundamentmauern von Baracken des Lagers STALAG XVII B
    ©Edith Blaschitz

    Das Kriegsgefangenenlager STALAG XVII B in Gneixendorf

    3500 Gneixendorf
  • Die Burgkapelle
    ©ARDIG

    Niederungsburg von Sachsendorf

    3474 Sachsendorf
  • Die Fundstelle der "Venus von Willendorf" heute
    ©Franz Pieler

    Altsteinzeitliche Lagerplätze in Willendorf in der Wachau

    3641 Willendorf in der Wachau
  • Die Mauern des östlichen Haupttors des römischen Kastells sind zu besichtigen
    ©Stadtgemeinde Tulln

    Die Stadt Tulln – das antike Comagena

    Marc Aurel Park, 3430 Tulln an der Donau
  • Kirche von St. Johann im Mauerthale
    ©Oliver Fries

    Burgus von St. Johann im Mauerthale

    3621 St. Johann im Mauerthale

Funde in den Wiener Alpen

Die hinreißende Naturlandschaft der Niederösterreichischen Alpen war vor Jahrtausenden ein boomendes Industriegebiet und Mittelpunkt eines weit gespannten Handelsnetzwerks. An Orten wie Prigglitz wurde vor 3.500 Jahren in großem Maßstab Kupfererz abgebaut und verarbeitet. Der damalige Wohlstand der Region spiegelt sich in den reichen Bestattungen aus Pitten und wertvollen Opfergaben wie dem Depot von Stollhof wider. Große befestigte Siedlungen der Kelten, etwa bei Schwarzenbach, oder aus dem Frühmittelalter, wie auf dem Burgberg von Pitten, dienten als Handelsstützpunkte und Verwaltungszentren. Auch der spektakuläre Schatzfund von Wiener Neustadt verdeutlicht den Reichtum der Kaufleute in dieser 1192 gegründeten Stadt.

  • Der Schloßberg von Pitten
    ©Karin Kühtreiber 2011

    Die befestigte Siedlung am Schlossberg von Pitten

    2823 Pitten
  • Mikroskopische Aufnahmen von Kupfererz aus Prigglitz mit grünen, braunen und metallischen Strukturen.
    ©Roland Haubner/TU Wien

    Prigglitz-Gasteil – leben und arbeiten im bronzezeitlichen Bergbau

    2640 Prigglitz
  • Blick auf einen Skywalk auf einem felsigen Berg mit Bäumen im Vordergrund.
    ©Lindinger Volker, ARDIG

    Der Depotfund von Stollhof – der älteste Goldschmuck Österreichs

    2724 Stollhof
  • Historische Karte der Malleiten von 1915 mit archäologischen Fundpunkten.
    ©A. Loeber 1915

    Die hallstattzeitliche Siedlung auf der Malleiten

    2752 Bad Fischau
  • Ringe mit Steinen
    ©Landessammlungen Niederösterreich, UF-22958

    Der Schatzfund von Wiener Neustadt

    2700 Wiener Neustadt
  • Freilichtmuseum mit rekonstruierten eisenzeitlichen Häusern
    ©Wolfgang Lobisser

    Die keltische Wallanlage in Schwarzenbach

    2802 Schwarzenbach

Funde im Weinviertel

Unter der idyllischen Landschaft des Weinviertels verbirgt sich eine Fülle archäologischer Spuren, die von einer vielfältigen, mitunter dramatischen Geschichte zeugen. Bei Ausgrabungen in Schletz entdeckte man Spuren einer vor 7.000 Jahren geschlagenen Schlacht. Auf den Hügeln oberhalb von Stillfried an der March lag um 1000 vor Christus eine mächtige Burg, deren Herrscher den Handel an der Bernsteinstraße kontrollierten. Um 300 vor Christus befand sich auf dem Sandberg bei Roseldorf eine große keltische Stadt mit mehreren Heiligtümern, in denen man schaurige Opferriten vollzog. Weite Teile des Weinviertels beherrschte ein germanischer König, der im 4. Jahrhundert nach Christus als Vertragspartner der Römer auf dem Oberleiserberg residierte.

  • Blick auf das Areal der Fundstelle
    ©ARDIG

    Die keltische Großsiedlung auf dem Sandberg

    Am Sandberg, 3714 Roseldorf
  • Landschaft mit Feldern und Bauernhof in der Ferne.
    ©Franz Pieler

    Die jungsteinzeitliche Siedlung in Schletz

    2151 Schletz
  • Archäologische Ausgrabung mit farblich markierten Skeletten von zwei Wölfen und einem Hirsch.
    ©Landessammlungen Niederösterreich / Erich Pucher

    Die bronzezeitliche Siedlung in Stillfried

    Hauptstraße 23, 2262 Stillfried
  • Landschaftsansicht von einem Aussichtsturm mit Wäldern, Feldern und einer kleinen Kapelle.
    ©Leiser Berge

    Der spätantike Königssitz am Oberleiserberg

    Oberleiserberg, 2115 Ernstbrunn
  • Der berühmte Grabhügel von Großmugl ist 15 m hoch erhalten
    ©Landessammlungen Niederösterreich / N. Weigl

    Der Grabhügel von Großmugl "Tumulus"

    2002 Großmugl
  • Landschaft mit bewaldetem Hügel und Häusern im Vordergrund.
    ©Peter Ableidinger / Archiv Krahuletz-Museum

    Der Hausberg von Gaiselberg

    Gaiselberg, Kellergasse, 2225 Gaiselberg

Funde im Mostviertel

Das Land zwischen Donau und Alpen war über Jahrtausende Begegnungszone von westlichen und östlichen Kulturtraditionen Europas. Schon vor 5.500 Jahren gehörten Siedlungen auf fast unzugänglichen Klippen wie der Schweighofer Mauer bei Ertl zum östlichen Randgebiet der Mondseekultur. Viel später siedelten Slawen an der Enns, der offiziellen Westgrenze des Awarenreichs. Ein wichtiges Siedlungszentrum quer durch die Zeiten war das Traisental. In Franzhausen grub man die größten bronzezeitlichen Gräberfelder Europas aus. Unter dem modernen St. Pölten liegt das römische Aelium Cetium, von dem man am Domplatz sogar den Statthalterpalast entdeckte. Große Kriegsgefangenenlager entstanden im Ersten Weltkrieg im Erlauftal, jenes in Purgstall wurde auch archäologisch erforscht.

  • Kriegsgefangenenlager Purgstall: Eingang zum Lagerfriedhof Schauboden
    ©ARDIG, Volker Lindinger

    Das Kriegsgefangenenlager in Purgstall an der Erlauf

    3251 Purgstall
  • Archäologische Ausgrabung im Jahr 2018
    ©Alexandra Krenn Leeb

    Die bronzezeitliche Burg in Ratzersdorf

    3124 Ratzersdorf
  • Die bronzezeitlichen Gräberfelder in Franzhausen
    ©ARDIG/Volker Lindinger

    Die bronzezeitlichen Gräberfelder in Franzhausen

    3134 Franzhausen
  • Luftaufnahme des Domplatzes im Jahr 2012 mit archäologischer Ausgrabung
    ©Stadtmuseum St. Pölten

    Der römische Palast unter dem Domplatz von St. Pölten

    3100 St. Pölten
  • Schwerter und Flügellanzenspitzen aus dem Gräberfeld von Hainbuch
    ©LSNÖ

    Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Hainbuch an der Enns

    4431 Haidershofen
  • Bruchstücke von reich verziertem Trinkgeschirr
    ©Jakob Maurer

    Die prähistorische Siedlung auf der Schweighofer Mauer

    3355 Ertl

Funde im Waldviertel

Das Waldviertel gilt seit jeher als kühl, spärlich besiedelt und geheimnisvoll. Trotz dieses Rufs finden sich in der Region einige der bedeutendsten archäologischen Fundstellen Österreichs. So stammen aus der Gudenushöhle im Kremstal, in der bereits vor rund 70.000 Jahren Neandertaler wohnten, einige der ältesten Steinartefakte unseres Landes. Der Osten des Waldviertels, besonders das Horner Becken und das Kamptal, sind seit Jahrzehnten Hotspots der archäologischen Forschung. In Kamegg am Kamp konnte eine jungsteinzeitliche Kultanlage freigelegt werden (circa 4500 vor Christus), während wenige Kilometer südlich in Thunau ein bedeutendes frühmittelalterliches Herrschaftszentrum mit befestigter Oberstadt und ausgedehnter Talsiedlung entdeckt wurde (8. bis 10. Jahrhundert nach Christus).

  • Gräberfeld auf der Oberen Holzwiese während der Ausgrabung im Jahre 1990
    ©IUHA Wien, Herwig Friesinger

    Der befestigte Zentralort von Thunau

    Thunau am Kamp, 3571 Thunau am Kamp
  • Rot und gelb bemaltes Bruchstück eines Keramikgeschirrs aus dem Kreisgraben
    ©IUHA Wien/A. Schumacher

    Die Kreisgrabenanlage von Kamegg

    Kamegg, 3571 Kamegg
  • Die Gudenushöhle wurde auch von Neandertalern genutzt
    ©ARDIG

    Die Gudenushöhle: Eine der ältesten Wohnstätten Mitteleuropas

    Nöhagen, 3613 Nöhagen
  • 5700 Jahre altes Keramikgeschirr vom Kogelberg
    ©Landessammlungen Niederösterreich, UF-4910

    Das jungsteinzeitliche Dorf am Kogelberg in Zöbing

    Zöbing, 3561 Zöbing
  • Rekonstruktion des Dorfes von Hard mit angeschlossenem Herrenhof
    ©MAMUZ/7reasons

    Hard – dörfliches Leben und Herrschaft im Mittelalter

    Hard, 3842 Thaya

Funde im Wienerwald

Seit Jahrtausenden verbinden Wege durch den Wienerwald das Donautal mit der Themenregion. Archäologische Funde aus zahlreichen Höhlen, etwa der Königshöhle bei Baden und der Merkensteinerhöhle bei Gainfarn, sind Zeugnisse der frühen Besiedlung. Auf vielen Höhen des Wienerwaldes legten Menschen der Bronze- und Eisenzeit riesige Wallburgen an, beispielsweise auf dem Kalenderberg bei Mödling. Am Ostrand des Wienerwaldes siedelten im Frühmittelalter awarische Gruppen – aus Leobersdorf kennen wir eines ihrer bedeutendsten Gräberfelder. Das Kartäuserkloster, das Mönche bei Mauerbach in der Abgeschiedenheit des Wienerwaldes errichteten, gilt dank langjähriger bauarchäologischer Untersuchungen heute als eines der am besten erforschten mittelalterlichen Klöster Österreichs.

  • Gürtelgarnitur aus Bronze eines awarischen Mannes aus Grab 81
    ©Landessammlungen Niederösterreich, UF-19018/081

    Das awarische Gräberfeld von Leobersdorf

    2544 Leobersdorf
  • Der Eingang zur Merkensteiner Höhle ist heute durch eine Eisentür verschlossen
    ©ARDIG

    Merkensteiner Höhle – eine Reise vom Mittelalter bis in die Eiszeit

    2540 Gainfarn
  • Werkzeug aus Geweih vom Kahlenberger im Musem Mödling
    ©Jakob Maurer

    Die Siedlung aus der Hallstattzeit am Kalenderberg bei Mödling

    2340 Mödling
  • Bei Ausgrabungen gefundene Speisereste: Stücke von Schildkrötenpanzern
    ©Rudolf Gold

    Die Kartause in Mauerbach

    3001 Mauerbach
  • Die Königshöhle - Ein bekannter Fundplatz
    ©Michael Huber

    Die jungsteinzeitliche Keramik in der Königshöhle in Baden

    2500 Baden
  • Messbild Georadar – Nordöstlich des Kreisgrabens sind Häuser zu erkennen
    ©LBI ArchPro

    Die Kreisgrabenanlage von Velm

    2325 Velm

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