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Archäologische Fundstellen
Historische Funde
Zahlreiche archäologische Fundstätten zeugen von der langen und ereignisreichen Besiedlungsgeschichten Niedererösterreichs: Von den ersten Spuren der Neandertaler und deren primitiven Werkzeugen bis zum wohl berühmtesten Artefakt, der 25.000 vor Christus entstandenen Venus von Willendorf. Von Gräbern aus der Bronzezeit hin zum bis heute erhaltenen römischen Legionslager Carnuntum. Von mittelalterlichen Burgruinen und Schatzfunden bis hin zu Kriegsschauplätzen aus der Neuzeit reichen die Ausgrabungs- und Forschungsstätten. Wir zeigen Ihnen eine repräsentative und kuratierte Auswahl dieser Fundstellen.
Seit der Altsteinzeit ist die Donau eine der wichtigsten Transitachsen Europas, über die Menschen Waren und Innovationen transportierten. Dank des milden Klimas lagerten im Donautal schon vor fast 30.000 Jahren Gruppen von Jägern und Sammlern, wovon bedeutende Fundstellen wie Willendorf und Krems-Wachtberg zeugen. Die sesshafte Lebensweise und Landwirtschaft verbreiteten sich, von Südosten kommend, um 5500 vor Christus ebenso entlang der Donau wie die Metallurgie etwa 2.500 Jahre später. In der Römischen Kaiserzeit (1. bis 4. Jahrhundert nach Christus) wurde die Donau zur Grenze – dem Donaulimes –, die mit Legionslagern, Kastellen und Wachtürmen gesichert war. Römische Bausubstanz findet sich noch heute in vielen mittelalterlichen Städten und Kirchen, etwa in Mautern, Tulln und St. Johann im Mauerthale.
Die hinreißende Naturlandschaft der Niederösterreichischen Alpen war vor Jahrtausenden ein boomendes Industriegebiet und Mittelpunkt eines weit gespannten Handelsnetzwerks. An Orten wie Prigglitz wurde vor 3.500 Jahren in großem Maßstab Kupfererz abgebaut und verarbeitet. Der damalige Wohlstand der Region spiegelt sich in den reichen Bestattungen aus Pitten und wertvollen Opfergaben wie dem Depot von Stollhof wider. Große befestigte Siedlungen der Kelten, etwa bei Schwarzenbach, oder aus dem Frühmittelalter, wie auf dem Burgberg von Pitten, dienten als Handelsstützpunkte und Verwaltungszentren. Auch der spektakuläre Schatzfund von Wiener Neustadt verdeutlicht den Reichtum der Kaufleute in dieser 1192 gegründeten Stadt.
Unter der idyllischen Landschaft des Weinviertels verbirgt sich eine Fülle archäologischer Spuren, die von einer vielfältigen, mitunter dramatischen Geschichte zeugen. Bei Ausgrabungen in Schletz entdeckte man Spuren einer vor 7.000 Jahren geschlagenen Schlacht. Auf den Hügeln oberhalb von Stillfried an der March lag um 1000 vor Christus eine mächtige Burg, deren Herrscher den Handel an der Bernsteinstraße kontrollierten. Um 300 vor Christus befand sich auf dem Sandberg bei Roseldorf eine große keltische Stadt mit mehreren Heiligtümern, in denen man schaurige Opferriten vollzog. Weite Teile des Weinviertels beherrschte ein germanischer König, der im 4. Jahrhundert nach Christus als Vertragspartner der Römer auf dem Oberleiserberg residierte.
Das Land zwischen Donau und Alpen war über Jahrtausende Begegnungszone von westlichen und östlichen Kulturtraditionen Europas. Schon vor 5.500 Jahren gehörten Siedlungen auf fast unzugänglichen Klippen wie der Schweighofer Mauer bei Ertl zum östlichen Randgebiet der Mondseekultur. Viel später siedelten Slawen an der Enns, der offiziellen Westgrenze des Awarenreichs. Ein wichtiges Siedlungszentrum quer durch die Zeiten war das Traisental. In Franzhausen grub man die größten bronzezeitlichen Gräberfelder Europas aus. Unter dem modernen St. Pölten liegt das römische Aelium Cetium, von dem man am Domplatz sogar den Statthalterpalast entdeckte. Große Kriegsgefangenenlager entstanden im Ersten Weltkrieg im Erlauftal, jenes in Purgstall wurde auch archäologisch erforscht.
Die prähistorische Siedlung auf der Schweighofer Mauer
3355 Ertl
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Funde im Waldviertel
Das Waldviertel gilt seit jeher als kühl, spärlich besiedelt und geheimnisvoll. Trotz dieses Rufs finden sich in der Region einige der bedeutendsten archäologischen Fundstellen Österreichs. So stammen aus der Gudenushöhle im Kremstal, in der bereits vor rund 70.000 Jahren Neandertaler wohnten, einige der ältesten Steinartefakte unseres Landes. Der Osten des Waldviertels, besonders das Horner Becken und das Kamptal, sind seit Jahrzehnten Hotspots der archäologischen Forschung. In Kamegg am Kamp konnte eine jungsteinzeitliche Kultanlage freigelegt werden (circa 4500 vor Christus), während wenige Kilometer südlich in Thunau ein bedeutendes frühmittelalterliches Herrschaftszentrum mit befestigter Oberstadt und ausgedehnter Talsiedlung entdeckt wurde (8. bis 10. Jahrhundert nach Christus).
Hard – dörfliches Leben und Herrschaft im Mittelalter
Hard, 3842 Thaya
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Funde im Wienerwald
Seit Jahrtausenden verbinden Wege durch den Wienerwald das Donautal mit der Themenregion. Archäologische Funde aus zahlreichen Höhlen, etwa der Königshöhle bei Baden und der Merkensteinerhöhle bei Gainfarn, sind Zeugnisse der frühen Besiedlung. Auf vielen Höhen des Wienerwaldes legten Menschen der Bronze- und Eisenzeit riesige Wallburgen an, beispielsweise auf dem Kalenderberg bei Mödling. Am Ostrand des Wienerwaldes siedelten im Frühmittelalter awarische Gruppen – aus Leobersdorf kennen wir eines ihrer bedeutendsten Gräberfelder. Das Kartäuserkloster, das Mönche bei Mauerbach in der Abgeschiedenheit des Wienerwaldes errichteten, gilt dank langjähriger bauarchäologischer Untersuchungen heute als eines der am besten erforschten mittelalterlichen Klöster Österreichs.