Die sortenreinen Birnenmoste von Bernadette und Peter Haselberger bringen konzentrierten Geschmack ins Glas. Geerntet in Handarbeit, verarbeitet aus vollreifen Fallbirnen und seit 2020 auch als eine Einzelbaumfüllung gekeltert, bewahren sie den Charakter alter Sorten und die Geschichte eines einzelnen Baumes.
Schon als Kind sammelte Bernadette Haselberger im Herbst Birnen von den Streuobstwiesen ihrer Familie. Heute bewirtschaftet sie gemeinsam mit ihrem Mann den landwirtschaftlichen Betrieb in St. Valentin im Mostviertel.
Als Kind bin ich mit Glas und Strohhalm zur Obstpresse gerannt und habe den frisch gepressten Süßmost direkt aus dem Fass getrunken.
Geerntet wird per Handarbeit wie schon vor 100 Jahren und verarbeitet wird ausschließlich Fallobst, das erst gesammelt wird, wenn die Früchte vollständig gereift vom Baum fallen. Seit 2020 wird jeder Jahrgang der grünen Pichlbirne separat veredelt. Der zusätzliche Aufwand spiegelt sich klar in Geschmack und Qualität wider.
Ziel ist es, so wenig wie möglich in den natürlichen Prozess einzugreifen, um Charakter und Herkunft der Birnen zu bewahren. Der Most wird bewusst naturnah hergestellt, damit natürliche Gerbstoffe erhalten bleiben.
Die mittlerweile berühmte Pichlbirn wurde übrigens gepflanzt, als der Vierkanter der Haselbergers anlässlich des Baus der damaligen Kaiserin-Elisabeth-Bahn (der heutigen Westbahn) verlegt wurde. Zu jedem Vierkanter hat man damals immer auch zumindest eine Pichlbirn gesetzt, weil sie einen guten Most macht.
Wenn wir mit unseren Gästen eine Flasche Most von einem Baum öffnen, der 159 Jahre alt ist, dann spürt man schon eine gewisse Demut.
Mehr als 200 verschiedene Birnensorten wachsen heute noch im Mostviertel, das als Europas größtes zusammenhängendes Birnbaum-Gebiet gilt. Die teilweise uralten Bäume bieten einen großen Lebensraum für Tiere und Pflanzen und sind auch klimarelevant, weil sie soviel CO2 binden.
Um die Sortenvielfalt zu erhalten, haben die Haselbergers auch einen Sortengarten geplant, der zur Vermehrung seltener Birnensorten beitragen soll. “Denn das Leben ist zu kurz, um schlechten Most zu trinken!”, sind sich die Haselbergers einig.
Ein Most, der inspiriert. Im nordwestlichen Eck des Mostviertels auf 500 Meter Seehöhe gedeiht in der Nähe von St. Valentin das beste Fallobst für die prämierten sortenreinen Birnenmoste der Familie Haselberger.
23. November 2023