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Der Wienerwald – ein Biosphärenpark

Mensch trifft Natur. 
Im Biosphärenpark. 

Andreas Weiß ist Direktor des Biosphärenparks Wienerwald. Wer jetzt einen riesigen Laubwald mit schönen Spazierwegen vor Augen hat, liegt zwar nicht falsch, aber auch nicht ganz richtig. Denn es gehört noch einiges mehr dazu.

Der Biosphärenpark Wienerwald umfasst die gesamte Region: mit 51 Gemeinden und Anteilen an 7 Wiener Gemeindebezirken – und sogar zwei Autobahnen! Bei Nussdorf an der Donau und auch im Norden bei Greifenstein, St. Andrä Wördern. Im Süden ist das Triestingtal die Grenze. In diesem insgesamt mehr als 1.000 m2 großen Areal leben auch 885.000 Einwohner:innen.
 
 

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Die Leute sagen oft: Ich gehe gern in den Biosphärenpark und meinen damit den Wald. Das stimmt so nicht.

ANDREAS WEISS, Direktor Biosphärenpark Wienerwald
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Was ist eigentlich ein Biosphärenpark?

Die UNESCO hat mit den Biosphärenparks ein weltweites Programm zur Erforschung und Verbesserung der Mensch-Umweltbeziehung ins Leben gerufen. Seit 2005 zählt auch die Wienerwald-Region dazu. 

Historisch gewachsene Bedeutung

Doch die Wichtigkeit des Wienerwaldes war schon viel früher bekannt, erzählt uns Andreas Weiß. „Zu verdanken ist das Josef Schöffel, einem K&K Reichsbeamten und wissenschaftlich gebildeten Journalisten. Die K&K Kriegskasse war leer und der Energiehunger groß. Darum hat man viel Brennholz gebraucht. Die Monarchie wollte die Wälder dafür nutzen. Durch Schöffels Öffentlichkeitsarbeit konnte dies verhindert werden. Dafür wurde er allerdings zuvor des Staatsverrates angeklagt, schließlich 1872 aber freigesprochen.“ Ein historisches Jahr, das als Rettung des Wienerwaldes in die Geschichte einging und das den Grundstein dafür legte, ihn unter Schutz zu stellen.  

Am Rande Wiens gelegen, wirkt er wie eine große natürliche Klimaanlage für die Millionenstadt. Er sorgt für gute Luft, was ihn auch zum idealen Naherholungsgebiet macht. Umso wichtiger ist es, das alles zu erhalten, so Andreas Weiß. 5 % der Fläche eines Biosphärenparks müssen komplett aus der Nutzung genommen werden. Diese so genannten Kernzonen gelten als Naturschutzgebiet. So auch im Wienerwald. Doch selbst hier ist nicht alles verboten.

Der Wienerwald ist der größte zusammenhängende buchendominierte Laubmischwald Mitteleuropas.

Wandern, mountainbiken und reiten erlaubt!

Eine gute Vorstellung von der Größendimension des Wienerwaldes erhält auf den Rundwanderungen der „Türme des Wienerwaldes-Touren“. Man wandert von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt und hat jedes Mal einen spektakulären Blick über den riesigen Laubmischwald, in dem über 60 verschiedene Baumarten wachsen. Das gibt nicht nur optisch was her – vor allem bei der grandiosen Herbstfärbung. Diese Vielfalt macht den Wald deutlich klimaresilienter und beständiger.

Das Waldbild wird sich in den nächsten Jahrzehnten extrem verändern. Unsere Enkel werden ganz andere Wälder erleben als wir.

Die Eiche als Zukunftsbaum

„Dennoch wird der Klimawandel auch bei uns zur Herausforderung werden“, so der Direktor des Biosphärenparks. Wahrscheinlich wird es in Zukunft mehr Eichen geben. Sie sind trockenheits- und wärmeresistenter als andere Bäume.

Eigens für Schulklassen entwickelte Programme vermitteln die Bedeutung von einem respektvollen Umgang mit Ressourcen wie dem Wald. Auch das gehört zur Aufgabe eines Biosphärenparks. Genauso wie die Erforschung der Mensch-Umweltbeziehung. Kooperationen mit der BOKU Wien aber auch mit anderen Fakultäten stehen daher ebenfalls auf der Tagesordnung von Andreas Weiß.

Dass der Wienerwald schützenswert ist, ist spätestens seit Josef Schöffel klar und sein Erhalt wird immer wichtiger. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet Andreas Weiß als Direktor des Biosphärenparks Wienerwald mit seinem Team.
 

Biosphärenpark Wienerwald

Gemeinsam mit einem Team von Expert:innen, Bildungspartner:innen und Botschafter:innen ist es die Aufgabe von Andreas Weiß, Direktor des Biosphärenpark Wienerwald, das Bestreben einer besseren Mensch-Umweltbeziehung in der Region zu verankern.

Das Ziel: Nachhaltigkeit gemeinsam umzusetzen und für die Bevölkerung erlebbar zu machen.