Schloss Groß Siegharts
Schloss
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Geschichte erleben, Tradition spüren
An der Stelle des heutigen Schlossgebäudes lässt der adelige Cotsrelve von Siegharts im Auftrag des Grafen von Raabs um 1200 eine burgartige Befestigungsanlage errichten. In den folgenden Jahrhunderten erweitern verschiedene Besitzer das Gebäude. In dieser Zeit wird der Ort stets von den großen Ereignissen der Weltgeschichte wie dem Hussitenkrieg und dem Dreißigjährigen Krieg heimgesucht – Teile des Gebäudes werden immer wieder zerstört. Erst nach dem Ende der Grenzkämpfe entwickelt es sich allmählich zum Schloss, hat schließlich nur noch für Wohnzwecke Verwendung und bleibt Jahrhunderte lang im Besitz von Adeligen. Graf Rudolf van der Straaten verkauft es 1876 mit allen Nebengebäuden an das Fabrikanten-Ehepaar Leyrer. Vor 120 Jahren erwirbt die Stadtgemeinde das Schloss und bezieht hier heute ihren Amtssitz.
Die Renovierung des Schlosses in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist wirklich stilgerecht gelungen – die viereckigen Türme mit den mächtigen Zinnenkronen sind erhalten geblieben. Über der „Tonnengewölbte Durchfahrt“ ist das Stadtwappen angebracht – durch sie gelangt man in den Arkadenhof. In den Räumen beeindrucken Stuckdecken und Wandmalereien aus der Zeit zwischen 1634 bis 1645. In der ehemaligen Schlosskapelle, die früher als Bücherei und nunmehr als Büro des Bürgermeisters genutzt wird, wurden vor einigen Jahren erst Fresken von Carlo Carlone aus dem Jahr 1717 entdeckt. Ein Kunstschatz, der Augen und Geist schmeichelt.
Ursprung des Bandlkramerlandes
Nicht verstaubt, sondern sehr lebendig präsentiert das Textilmuseum ein Stück Regionsgeschichte: Um 1920 verfolgt Johann Christoph Ferdinand Graf von Mallenthein das Ziel, das seiner Herrschaft zugehörige kleine Dorf zu einem Zentrum der Textilindustrie zu machen. Für Fachkräfte aus ganz Europa lässt er in Groß-Siegharts 180 „Fabrics-Häusl“ bauen. Die erzeugten „Bandlwaren“ werden von den „Bandltragern“ in den Ländern der Donaumonarchie feilgeboten. Seitdem trägt die Region den Namen „Bandlkramerlandl“. Im Museum können Webstühle, Textilmaschinen und eine komplett funktionstüchtige Transmissionsanlage besichtigt werden.
Das Schloss kann gegen Voranmeldung zu den Öffnungszeiten des Gemeindeamtes besichtigt werden.


