Die Pestkapelle in Oberravelsbach wurde nach der verheerenden Pestepidemie von 1679/1680 außerhalb des Dorfes errichtet. Sie steht auf dem ehemaligen Pestfriedhof – einem etwa 40 mal 15 Meter großen Areal nördlich des Ortes auf ca. 292 m Seehöhe.
Die Kapelle ist ein rechteckiger Barockbau mit Satteldach und einem markanten Korbbogenportal. An der Giebelseite findet sich eine einfache Nische mit Kreuz, darunter eine weitere leere Nische. Ein altes barockes Schmiedeeisentor und ein steinerner Opferstock bilden den Zugang aus. Im Innenraum flankieren zwei Madonnen-Statuen aus Porzellan, ein einfacher Holzaltar und ein hohes Kruzifix. Zusätzlich sind Kulissenfiguren früherer Begräbniszeremonien erhalten.
Die beiden seitlichen Großbäume neben der Kapelle stammen aus der Errichtungszeit und sind etwa 350 Jahre alt.
Der Pestfriedhof
Vor der denkmalgeschützten Kapelle liegt einer der wenigen noch heute sichtbaren Pestfriedhöfe Niederösterreichs. Im hinteren Teil befindet sich ein erhaltenes Pestgrab von 1679 mit einem gusseisernen Kreuz und einem Sandsteingrabstein, dessen Gravur lautet: „HIR RUT BEGRABEN DIE BARBARA HAINTZELMANIN 57. ABB. ... 1679“. Der Friedhof diente nicht nur der Bestattung von Pestopfern, sondern auch verstorbener ungetaufter Kinder.