Auf Sommerfrische im Südbahnhotel, © Wiener Alpen/Franz Zwickl

Wachauer Donaufrische.

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Die Wachau ist ein einziger Superlativ. Die besten Weine, schönsten Donaustrände und spannendsten Geschichten warten hier. Dass gleich die ganze Region UNESCO-Weltkulturerbe ist, wundert nicht.

Die Wachau ist ein echter Sehnsuchtsort – immer schon. Kein Wunder, dass sich unzählige Mythen und Sagen, Geschichten und Filme genau hier abspielen. Und ebenso wenig verwunderlich ist es, dass die ganze Region Weltkulturerbe ist. Die Landschaft ist wie gemacht für einen Sommerfrische-Ausflug, die Kulinarik ebenso. Entlang der Donau schlängeln sich die Rieden, ein Naturbadestrand reiht sich an den nächsten. Zeit, in eine andere Epoche einzutauchen.

Sommerfrische am linken Donauufer.

So alt wie die Geschichten, Burgen, Schlösser und malerischen Ortschaften entlang der Donau sind, so jung ist die Wachauer Sommerfrische. Zusammen passen sie trotzdem – vorzüglich sogar. Denn wo sonst könnte man besser in Kultur baden und die Seele bei einer erfrischenden Bootsfahrt baumeln lassen? Krems an der Donau ist wie gemacht für beides. Die Stadt und ihr Umland schaut man sich bei einer Zillenfahrt an – für Kunst und Kultur flaniert man über die Kunstmeile Krems und stattet der Landesgalerie Niederösterreich einen Besuch ab. Das imposante Gebäude des renommierten Architektenbüros von Bernhard und Stefan Marte setzt ein unmissverständliches Zeichen für die Kunst und ist selbst vielmehr Skulptur als Haus. In seinem Inneren öffnen sich 3.000 m2 Ausstellungsfläche mit weiten, lichtdurchfluteten Bögen, die den Auftakt für einen Ausflug in eine andere Welt bilden. In großen Lettern prangt es auch am Bauwerk: „Wenn ich Kunst sage, dann meine ich das Ganze.“ Genau das wurde hier verinnerlicht. Einen ganz anderen, aber nicht weniger kunstvollen, Blick wirft man auf die Stadt Krems von der Donauwarte Krems-Egelsee aus. Noch spektakulär geht’s nur im Heißluftballon. Dieser Ausflug in luftige Höhen hätte der feinen Gesellschaft bereits 1900 gefallen. Wer den Blick von der Donau aus bevorzugt, kann auch eine Themenschifffahrt, zum Beispiel beim BRANDNER, mit der MS Mariandl oder der DDSG Blue Danube, unternehmen. Apropos Mariandl… Die alten Heimatfilme wurden natürlich in der romantischen Wachau gedreht. Die Zeiten haben sich geändert. Die Schönheit der Wachau besticht jedoch noch heute mit ihrer einzigartigen Kulisse. Auch bei einer Rad- oder Wandertour kann man den Wasserweg nutzen. Zahlreichen Fähren und Schifffahrtsunternehmen bieten ihre Dienste an. Mit festem Boden unter den Füßen sollte man sich zumindest einmal in die Sandgrube 13 zu den Kremser Winzern begeben. Dann spürt man sie nicht nur, sondern schmeckt sie nämlich auch, die Wachauer Sommerfrische.

Betörende Donaustädtchen und Flussromantik.

Dürnstein mit seiner von Gotik, Renaissance und Barock geprägten Altstadt, wäre ein Liebkind der Sommerfrischler von damals gewesen – so romantisch, so oft gemalt. Dürnstein besitzt sogar einen eigenen „Malerwinkel“, wo früher Landschaftsmaler ihre Staffeleien aufbauten. Abbildungswertes gab und gibt es hier schließlich genug. Allein die kurze Wanderung zur Ruine Dürnstein verzaubert. Dürnstein ist übrigens auch die Geburtsstätte des legendären Wachauer Laberl, das mittlerweile weit über die Grenzen hinaus bekannt ist. In der Bäckerei Schmidl wird es auch heute noch originalgetreu gebacken und ist außerdem die ideale Jause, wenn man den Fahrtwind bei einer aussichtsreichen Bootsfahrt genießen will. Besonders elegant fährt es sich mit dem Donau-Taxi-Wachau ab Dürnstein von Ortschaft zu Ortschaft. Man kann aber auch gleich im malerischen Städtchen mit seinem Wahrzeichen, dem blauen Stiftsturm bleiben und im wunderschönen Kuenringerbad ganz ohne Chemie auf 900 m2 Wasserfläche Abkühlung finden.

In Weißenkirchen wartet dann schon die nächste Sehenswürdigkeit: die Wehrkirche. Da wird man beim Anblick der vier geschnitzten Evangelisten an der Kanzel ganz still, bevor man sich ein Eis am Sandbadestrand Weißenkirchen gönnt. Einen Besuch sollte man auch der Nachbildung der Venus von Willendorf abstatten. Die kleine, rundliche Dame wurde 27.500 v. Chr. gemeißelt und ist mit ein Grund, warum die Wachau heute zu den ältesten Kulturlandschaften Österreichs zählt. Am Weg nach Willendorf besucht man von Spitz aus noch das Rote Tor. Das letzte der sieben Befestigungstore erreicht man innerhalb von 20 Minuten ab Ortsmitte. Flussaufwärts geht’s weiter nach Emmersdof und zum längsten Natursandbadestrand. Durch den Bau des Kraftwerksstidon entstand hier auch der sogenannte Donausee, der zum Baden und zur sportlichen Ertüchtigung am Freizeitgelände einlädt. Übrigens lässt sich dieser Badeausflug wunderbar mit einer Nacht auf Schloss Luberegg verbinden, wo man zwischen kühlen alten Mauern laue Sommernächte genießt.

Kultur am rechten Donauufer.

Den atemberaubenden Auftakt macht das Barockjuwel Stift Melk, da in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Jakob Prandtauer errichtet wurde und als Wahrzeichen der Wachau ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählt. Die vielen Malereien und Fresken im Inneren des Stiftes wirken fast unecht schön – genauso wie der Marmorsaal, die Bibliothek oder weitläufige Stiftsgarten. Ein weiteres Kulturgut thront ebenfalls über dem Donautal: Die Burgruine Aggstein bezaubert mit tollem Programm. Hier lässt man sich ins Verlies – und eine längst vergangene Zeit entführen. Gleich ums Eck, im Dunkelsteinerwald, bietet die Ferdinand-Warte eine unvergleichliche Aussicht auf Rossatz, Dürnstein, Loiben, Stein und Krems bis Göttweig. Wer etwas weiter gehen möchte, der begibt sich auf den Panoramaweg Rossatz und erwandert die Marillenhochburg. Denn direkt in Rossatz lässt es sich am Donaustrand Rossatz-Arnsdorf, der mit seinem Blick auf das idyllische Dürnstein bezaubert, herrlich erfrischen.

Im Donauumland unterwegs.

Nicht nur direkt in, sondern auch rund um die Wachau warten erfrischende Momente und Ausflüge. Da wahrt zum Beispiel das wunderschöne Schloss Artstetten besonders eindrucksvoll das Andenken an Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau, Herzogin Sophie von Hohenberg, die beide 1914 in Sarajevo einem Mordanschlag zum Opfer fielen und hier ihre letzte Ruhestätte fanden. Oder ein Stück weiter, im Wahlfahrtsort Maria Taferl, beeindruckt nicht nur die Basilika mit ihren rührenden Geschichten, sondern auch der Ausblick. Denn der ist ein echtes Postkartenmotiv! In der Pfarrkirche zur Schmerzhaften Muttergottes entdeckt man zahlreiche Danksagungen und bitten, die in der Hoffnung auf eine weitere Wunderheilung geschrieben wurden. Nach den alten Geschichten geht’s zu frischen Genüssen – und zwar ins Hotel Schachner, dem ersten und ältesten Haus mit gemaltem Ausblick von der Terrasse. Oder man kehrt im Gasthaus "Zum Goldenen Löwen" ein und genießt dort das gemütliche Ambiente.

Am anderen Ende der Wachau, unweit von Krems, erlebt man im Museum im Kaisertrakt des Benediktinerstiftes Göttweig eine atemberaubende barocke Pracht. Da staunt man zum Beispiel über die monumentale Kaiserstiege mit dem Deckenfresko Paul Trogers aus 1739 oder über die Fürsten- und Kaiserzimmer, in denen in jährlichen Sonderausstellungen die Kunstsammlungen des Stiftes gezeigt werden. Von außen sieht man das Stift aufgrund seiner großartigen Berglage schon von Weitem. Kein Wunder, dass es seit 2000 ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Genuss im Riedenmeer.

Kunst und Kultur, Landschaft, Abkühlung und… Genuss. Genau das macht die Sommerfrische des 21. Jahrhunderts aus. Und wenn in einer Region Genuss Trumpf ist, dann in der Wachau, Heimat des Weins und der Marillen. Idealer Auftakt des kulinarischen Tête-à-Tête? Ein Riedenspaziergang mit dem Winzer. Die Wander- und Genusstouren starten ab Weißenkirchen und laden zum Fachsimpeln und Kosten ein. Das kann man übrigens auch ganz gemütlich bei einem der legendären Heurigen tun. Zum Beispiel beim Weingut Höllmüller in Joching oder beim Weingut Urbanushof in Oberloiben. Im Schatten von Obstbäumen schmeckts beim Weingut Polz in Rührsdorf besonders gut, mehrfach ausgezeichnete Tropfen werden am Weingut Leo Alzinger in Unterloiben serviert. In echter Sommerfrische-Kulissen genießt man die Region im Gutshofrestaurant Prandtauerhof - Weingut Holzapfel im lauschigen Arkadenhof, wo man auch stilecht übernachten kann. Wer mehrere Winzer an einem Tag besuchen möchte, der wird sich über das WeinGenuss.Taxi.Wachau freuen, das einen von Weingut zu Weingut chauffiert.

Haute Cuisine so wie es dem Kaiser gefallen hätte kredenzt man im bekannten Landhaus Bacher in Mautern oder in der Hofmeisterei Hirtzberger in Joching. Etwas bürgerlicher isst man im Gasthaus Jell in Krems, im Landgasthaus Essl in Rührsdorf oder im Gasthof Prankl in Spitz. Und weil nach so einem Heurigen bzw. Lokalbesuch nur ungern noch nachhause fährt – schließlich bleibt man in der Wachau gern länger sitzen – haben wir natürlich auch ein paar Übernachtungstipps parat. Das Boutiquehotel „Das WeinSpitz“ und Weingut Donabaum zum Beispiel. Oder das ad vienas Gästehaus Nikolaihof, wo neben ausgezeichneten Weinen auch eine eigene Naturkosmetiklinie gedeiht.

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