Keine Burgruine am Dürrenstein

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Ihr kennt doch sicher das Phänomen, dass Österreicher:innen im Ausland hin und wieder mit Australier:innen verwechselt werden, Stichwort: „No kangaroos in Austria.“

Was das mit mir zu tun hat? Nun ja, es gibt ja nicht nur mich, den Dürrenstein, sondern auch das berühmte Dürnstein in der Wachau (und, zu allem Überfluss, 360 km weiter südwestlich noch einen weiteren Dürrenstein in Südtirol). Die Verwechslungslust ist nachvollziehbar, und so großartig mein Fast-Namensvetter in der Wachau auch sein mag, so bin ich doch ganz anders.

Wobei es schon auch Gemeinsamkeiten gibt – denn nicht nur die Wachau ist UNESCO-Welterbe: Meine wilden Wälder haben mich 2017 zum UNESCO-Weltnaturerbe gemacht.

Urwaldbaden und Märchenwaldwunder

Mein Rothwald, benannt nach Alfred Rothschild, seinem Besitzer im 19. Jahrhundert, ist einer der letzten Urwälder Europas. Diesem Herrn ist es zu verdanken, dass mein Fichten-Tannen-Buchenurwald wild bleiben durfte und nicht forstlich genutzt wurde. Bekannt ist er auch unter dem klingenden Namen „Märchenwald“ – wer schon dort war, hätte sich nicht gewundert, auf einer Lichtung Rotkäppchen mit ihrem Jausenkorb zu treffen. Apropos wundern: Ich bin auch ganz offiziell eines der sieben Waldwunder Österreichs, die die Bundesforste 2012 gekürt haben. It’s magic! Und es wird noch besser! Ich will zwar nicht angeben, aber in Österreich bin ich der einzige Berg mit einem Urwald dieser Art. Vergleichbares gibt es tatsächlich nur im Grand Canyon, im Yellowstone Nationalpark oder den Dolomiten. Und wusstet ihr, dass ich mit meinen 1.878 m nach dem Ötscher der höchste Berg des Mostviertels bin? Grandiose Ausblicke über das Alpenvorland sind also allen garantiert, die es auf wilde Wanderrouten und Gipfelerlebnisse abgesehen haben.

Die Natur wunderlich

Ja, es geht recht wild zu bei mir. Kängurus springen zwar nicht in meinen Gefilden herum, aber dafür gibt es Braunbären. Die für Besucher:innen wie euch aber keine Gefahr darstellen, denn die Wanderwege sind garantiert bärenfrei und heißen wahrscheinlich auch deshalb „Eulenweg“ oder „Moorweg“. Besonders empfehlen kann ich allen Naturfreund:innen übrigens unsere Wildnisgebiet-Führungen, zum Beispiel zur tausendjährigen
Eibe. Wenn sie sprechen könnte, hätte sie einiges zu erzählen. Aber da sie ja ein Baum ist, wird das schwierig. Darum gibt es nun auch das „Haus der Wildnis“ in Lunz am See für alle, die mehr über dieses wunderbare Fleckchen Erde, das ich darstelle, erfahren wollen.

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