Sommerfrische Geschichten aus dem Wienerwald.

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Kaiserliche Lieblingsplätze, das Geburtshaus von Beethovens 9. und ganz schön prickelnde Erlebnisse warten im Wienerwald. Zeit, sie zu entdecken.

Der kaiserlich-königliche Wienerwald lädt zur sommerlichen Audienz. In der imperialen Region vor den Toren Wiens residierte der Kaiser schon immer gerne. Und lud sich Ludwig van Beethoven zur persönlichen Unterhaltung ein. Zwischen den zahlreichen kühlen Schlossmauern des Wienerwalds tummelte sich manch kunstsinnig-eloquente Gesellschaft. Und noch heute kommen sie gerne. Die Erholungssuchenden und Naturerkunder. Die Musikliebhaber und Genussmenschen.

Kunstvolles Baden und sommerfrischer Beethoven.

Baden bei Wien ist nicht umsonst als Kaiserstadt bekannt. Hier kühlte sich die feine Gesellschaft ab und verlebte manch schöne Stunden bei lauen Sommernachtskonzerten. Denn wo Kaiser Franz Josef war, da waren Kunst und Kultur gern gesehene Gäste. In Baden sind sie das noch heute. Nicht nur, aber vor allem im Beethoven Jahr. Denn Ludwig van Beethoven entfloh bereits 1804 der Hitze der Stadt und kurte am Lande. Schließlich traf man dort Kaiser Franz, den Hochadel und andere Mäzene auf ein Stelldichein. Heute ist das Haus in der Rathausgasse 11, in dem er viele Jahre lang seine Sommerfrische verbrachte, das Beethovenhaus. Ein Museum, das sich ganz dem Mythos Ludwig Van verschrieben hat. Im Kaiserhaus Baden spielte der Meister auf. Und auch heute finden hier hochkarätige Konzerte genauso wie Spezialführungen und Events statt. Sogar ein Rundwanderweg ist Beethoven gewidmet. Er startet am Strandbad Baden und führt neben dem Beethovenstein zu wunderschönen Ausblicken und romantischen Ruinen.

Wer durch die Stadt flaniert, kommt am Photo Festival La Gacilly nicht vorbei. Über 7 Kilometer wird die ganze Stadt mit großformatigen Bildern zum Thema „Im Osten viel Neues“ bespielt. Das hätte dem Adel gefallen. Eine Stadt voll Kunst, herausragend in seiner Besonderheit. Die 2.000 Fotografien des größten Outdoor-Fotofestivals Europas können von 14. Juli bis 26. Oktober erkundet werden.

Dabei lohnt es sich auch, dem Arnulf Rainer Museum einen Besuch abzustatten. Das ist an sich schon sehenswert, aber auch die Geschichte dahinter verzückt: Denn es ist im ehemaligen Frauenbad, dem damals nobelsten Bad, untergebracht, wo man auch den Kaiser gerne antraf. Seinen Namen hat es von der 1811 abgerissenen Frauenkirche, an deren Stelle es errichtet wurde. Eine echte Mumie, Fundstücke aus der Römerzeit oder Anekdotisches zu Kur und Weinbau findet man im Rollettmuseum, das ebenfalls bereits von außen verzaubert. Beides – und noch vieles mehr – kann mit der Niederösterreich-CARD gratis besichtigt werden. Genauso wie die Römertherme. Das prächtige Hauptgebäude stammt von den Meisterarchitekten Siccardsburg und Van der Nüll, die auch Baumeister der Wiener Staatsoper sind. Definitiv sehenswert!

Prickelndes Vöslau und genussvolles Umland.

Baden und Bad Vöslau sind über viele Wanderwege miteinander verbunden. Ein besonders schöner ist der 1. Wiener Wasserleitungswanderweg, auf dem man neben tollen Aussichten auch hochkarätigen Heurigen am Weg begegnet. Bad Vöslau selbst ist wie Baden eine Sommerfrische-Hochburg wie sie im Buche steht. Die Spuren der Reichen und Schönen findet man hier überall. Absolutes Paradebeispiel für eine Sommerfrische wie damals ist aber mit Sicherheit das Vöslauer Thermalbad. Hier erquickt man sich stilecht mit belebendem Mineralwasser zwischen historischen Kabanen, die wie Opernlogen terrassenförmig auf die große Bade- und Liegefläche blicken. Ganz sommerfrisch finden ab 2021 auch wieder die beliebten Lesungen und Veranstaltungen statt. Neben Wasser spielt hier naturgemäß auch der Wein eine große Rolle. Also ab in Hawlik’s Schlemmereck und Gebietsvinothek um die Geschmacksknospen auf Rundreise zu schicken!

Einen geschmacklichen Höhenflug erlebt man ebenfalls auf der Freigut Thallern Runde. Die startet beim Klostergasthaus Thallern mit hervorragender Gebietsvinothek in Gumpoldskirchen, einer Genusshochburg sondergleichen! Den Himmel auf Erden schmeckt man aber auch im Klostergasthof Heiligenkreuz. Diesen Genuss kann man historisch in der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz oder ganz natürlich im Naturpark Sparbach ausweiten.

Wo große Liebesgeschichten geschrieben wurden.

Zum Abschluss werden wir nochmal ganz romantisch. Und zwar im erfrischenden Schlosspark Laxenburg, der zum Picknicken und Bootfahren lädt. Einst haben Kaiser Franz Josef und seine Sissi hier ihre Flitterwochen verbracht. Tochter Gisela kam ebenda 1856 und Rudolf zwei Jahre später auf die Welt. Der Kronprinz verbrachte ebenfalls seine Flitterwochen mit Stefanie von Belgien hier. Ja, Schloss Laxenburg strahlt definitiv jede Menge Liebe – und Flair aus. Unweit von hier, im schönen Helental, kann man ein architektonisch atemberaubendes und gleichzeitig sehr dunkles Kapitel der Monarchie entdecken: das ehemalige Jagdschloss Mayerling, in dem Kronprinz Rudolf und die 17-jährigen Mary Vetsera den Tod fanden.

Die spannendsten Geschichten schreibt das Leben. Und im Wienerwald ist man ihnen ganz dicht auf der Spur. Wenn Sie sich jetzt fragen, wo Sie neben den zahlreichen Hotels und Unterkünften in Baden und Bad Vöslau übernachten können, haben wir drei ganz besondere Tipps für Sie: Das belebende Gabrium in Maria Enzersdorf, das erhabene Refugium Hochstrass und das malerische Jagdschloss Schönau. Drei Institutionen, die seit Jahrhunderten begeistern.

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