Outdoor Fair-Play-Regeln

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Merkliste für den Ausflug ins Freie: für ein rücksichtsvolles Miteinander und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.

Nie war die Sehnsucht nach freier Natur und frischer Luft stärker als im Moment. Wir verbringen mehr Zeit in unseren vier Wänden, als je zuvor. Wir haben unsere Kochkünste verfeinert, uns virtuell mit Freunden und Familie getroffen und zuhause die aktuellsten Interior Design Trends umgesetzt. Dabei sind uns aber auch die täglichen Wunder der Natur nicht verborgen geblieben, die wir aufmerksam entdeckt und wertzuschätzen gelernt haben.

„Hinaus ins Freie“ – so lautet die Devise! Doch was unserem Wohlbefinden und unserer Gesundheit gut tut, ist für Natur und Umwelt teilweise eine wahre Herausforderung. Plastikmüll und andere nicht recyclebare Abfälle gehören nicht in die Natur, Wildtiere sollen in ihrem natürlichen Lebensraum nicht gestört oder und tagsüber in finstere Verstecke gedrängt werden. Oft mangelt es an passender Infrastruktur für die ankommenden Gäste und schnell ist es vorbei mit der guten Stimmung und der herzlichen Gastfreundschaft.

Um dem vorzubeugen und damit wir alle weiterhin unsere wundervolle Natur genießen können und dabei niemand – weder Tier, noch Mensch – auf der Strecke bleibt, gilt es für jeden und jede, sich an ein paar leicht umsetzbare Regeln zu halten. Bitten bedenken Sie dabei auch immer – wo notwendig – die akutell gültigen Verordnungen der Regierung einzuhalten.

1. Gründliche Planung

Informieren Sie sich vorab, wohin Sie fahren möchten. Das gewünschte Ziel ist vielleicht sehr beliebt und stark frequentiert. Niederösterreich hat viele versteckte Winkel, die mindestens genauso schön sind und auf Instagram und Co. gleichermaßen beeindrucken, wie die bereits bekannten und altbewährten Routen. Informieren Sie sich auch vorab über mögliche online buchbare oder zu reservierende Eintrittskarten. So sparen Sie vor Ort Zeit und müssen auch nicht wieder umdrehen, falls eventuelle, maximale Besucherzahlen erreicht sind.

2. Öffentlich an- und abreisen

Am Wochenende stoßen beliebte Ausflugsziele oft an ihre Kapazitätsgrenzen. Das wirkt sich auf viele Bereiche aus, vor allem aber auch auf die Parkplatzsituation. Freie Plätze sind kaum zu finden, das Parken am Straßenrand ist oft nicht erlaubt. Nehmen Sie doch einfach einmal den Zug ins Grüne! So schonen Sie nicht nur Ihre Nerven, sondern auch die Umwelt.

3. Markierte Wege und Routen nicht verlassen

Kreativität ist eine wunderbare Sache, am Wanderweg aber eher unbrauchbar. Ist die Route einmal festgelegt, sollte sie auch eingehalten werden. Spontane Abkürzungen führen nämlich meist in ungesichertes Gelände. Außerdem werden Wildtiere gestört und aus ihrem begrenzten Lebensraum verdrängt.

4. Schutzgebiete und Privatgründe respektieren

Auch wenn Natur, Wälder und Niederösterreichs Berge für alle da sind, gilt es trotzdem vor allem bewirtschaftete Gründe zu respektieren. Der Ertrag auf landwirtschaftlichen Nutzflächen und Wiesen kann nicht nur in der Erntezeit beeinträchtigt werden, wenn diese Landflächen durchwandert oder für Picknicks genutzt werden. Um Konflikte zwischen Erholungssuchenden und Grundeigentümern zu vermeiden, sind entlang zahlreicher beliebter Wanderwege Rastplätze installiert, die gerne für Verschnaufpausen und zum Entspannen genutzt werden dürfen.

5. Wild- und Weidetiere nicht verschrecken

Die freie Natur ist kein Tierpark: Wild- und Weidetiere lieben ihre Freiheit – gönnen wir ihnen diese auch! Bleiben Sie auf markierten Wegen, schreien Sie nicht laut herum und werfen Sie nichts weg. Kommen Sie den Wild- und im  Sommer auch Weidetieren auch nicht zu nahe. Das gilt vor allem für Mutterkühe, die mit ihrem Kalb die Weide abgrasen. Auch wenn sie von Natur aus friedliche Geschöpfe sind, beschützen sie ihr Junges doch um jeden Preis, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen.

6. Hunde bitte immer an die Leine nehmen

Um Gefahren zu vermeiden, die beim Wandern oder Spazierengehen mit Hund auftauchen können, empfehlen wir, Hunde immer an die Leine zu nehmen. Das gilt vor allem und jedenfalls in des Sommersaison beim Durchqueren von Kuhweiden. In diesem Fall ist die Weide zügig zu durchqueren. Dabei sollten Sie aber weder laufen, noch die Mutterkühe aus den Augen verlieren – ihnen aber gleichzeitig auch nicht direkt in die Augen starren, um sie nicht zu beunruhigen. Wenn möglich, sollten weidende Kühe weiträumig umwandert werden. Falls eine Kuh Sie und Ihren Hund attackiert, muss der Hund sofort abgeleint werden. Mensch und Tier haben so viel bessere Möglichkeiten, um schnell die Flucht zu ergreifen. Außerdem gilt bei jeder Wanderung mit Hund: Hundekot auf Weiden und Wiesen immer mit einem entsprechenden Sackerl wegräumen und ordnungsgemäß entsorgen, denn fressen Kühe oder Schafe mit Hundekot verunreinigtes Heu, kann das ihren Tod bedeuten. Und vergessen Sie niemals auf ausreichend Futter, einen Trinknapf und genügend Flüssigkeit für Ihren vierbeinigen Begleiter!

7. Offenes Feuer unterlassen

Trockenes Holz ist im Freien im Sommer schnell gefunden und ein romantisches Lagerfeuer rasch entfacht. Auch wenn ein Lagerfeuer nicht ausdrücklich verboten ist, muss von privaten Grundbesitzern immer ein Einverständnis eingeholt werden. Bei öffentlichen Flächen sollte bei der zuständigen Gemeinde nachgefragt werden. Unsere Bitte an Sie: von einem Lagerfeuer in der Natur abzusehen! Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, wem das Stück Land gehört und vor allem im Sommer sprechen Trockenheit oder Wind ohnehin meist dagegen.

8. Müll und Abfälle wieder mitnehmen

Überall auf der Welt gilt – und das zu jeder Jahreszeit: Müll und Natur vertragen sich nicht. Alte Bierdosen, benutzte Taschentücher oder selbst Bioabfälle sind schädlich für die Natur, drücken alles platt, was wachsen will, und Schadstoffe dringen im schlimmsten Fall ins Grundwasser ein. Bis sich beispielsweise eine Plastikflasche in der Natur mehr oder weniger zersetzt hat, dauert es bis zu 450 Jahre. Ganz lösen sich Mikroplastikpartikel aber nie auf. Einleuchtend also, dass der eigene Abfall wieder mitgenommen und nirgendwo sonst, als im Mistkübel zuhause entsorgt werden soll.

Nicht vergessen: Auch Zigarettenstummel sind Müll. Eine Zigarette besteht nicht nur aus Tabak und Papier, sondern auch aus bis zu 4.000 verschiedenen Chemikalien, von denen viele im Filter verbleiben. Um in der Natur vollständig zu verrotten benötigen diese 10 bis 15 Jahre. Werden beispielsweise Zigarettenstummel von Tieren gefressen, kann dies zu Vergiftungen führen. Regen schwemmt die gebundenen Giftstoffe aus, die dann leicht in das Grundwasser und somit in unser Trinkwasser gelangen. Daher gilt auch hier das ganze Jahr über: Einpacken und mitnehmen!