Die Sortenkaiser am Wagram

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Franz Leth III und Franz Leth IV verbindet neben Familienbanden die Liebe zum Weingarten: vom ersten Spielplatz bis zum Weingarten mit 250 Sorten.

Für Franz Leth junior (Jahrgang 1985) war der Weingarten sein erster Spielplatz. Die Vielfalt im Sortenweingarten inspiriert den Jungwinzer, der stets auf der Suche nach etwas Neuem ist. Im Interview erzählt über seinen Zugang zum Weinmachen.

Wie sind Sie Winzer geworden?

War bei mir gar keine große Frage, da ich mit Wein und einem aufstrebenden Betrieb aufgewachsen bin, gab es keine großen Diskussionen über die Berufswahl. Der Einstieg in den Betrieb zu Zeiten des Weinskandals war zwar nicht gerade angenehm aber eine Herausforderung der besonderen Art.

Was ist Ihre Haltung beim Winzern?

Eine sehr pragmatische, alles zu tun, um gesunde Weingärten in einer gesunden Umwelt zu bewirtschaften, um beste Trauben zu produzieren, weshalb wir in den nächsten Jahren die Bio Zertifizierung anstreben.

Ihr Rebsortenweingarten zählt mit 250 Sorten zum größten seiner Art in Österreich und begeistert Weinliebhaber. Wie ist die Idee zum „Sortenweingarten“ entstanden?

Einfach aufgrund der Tatsache, dass die Vielfalt der Weinrebsorten früher viel, viel größer gewesen ist als heute und diese alten, traditionellen Sorten langsam aber sicher vom Aussterben bedroht sind. In diesem Weingarten sollen sie genau davor bewahrt werden. (Zitat Franz Leth II)

Sie sind als Winzer auf der ganzen Welt unterwegs. Welche Ideen und Inspirationen haben Sie aus der weiten Welt in die Weinstraße Wagram mitgebracht?

Dass man einerseits innovativ und weltoffen agieren muss, andererseits sich immer ein Stück Tradition und Eigenständigkeit bewahren muss. Wer nur auf den Markt hin produziert, läuft Gefahr ausgetauscht zu werden, wenn es jemanden gibt, der ein ähnliches Produkt billiger herstellen kann. Die Besinnung auf Produkte, die es in dieser Art eben nur bei uns gibt, bringt ein Alleinstellungsmerkmal, das beste Beispiel dafür ist die Wagramer Spezialität „Roter Veltliner“.

Was ist für Sie das Besondere am Weinherbst Niederösterreich?

Der Gast kann viele in ihrer Art sehr verschiedene Winzerbetriebe besuchen, nicht nur Heurige sondern auch sehr individuelle Veranstaltungen.

Was zeichnet Ihre Lagen aus?

Der Wagram in der Gemeinde Fels ist fast ein durchgehender Südhang, zusammen mit den tiefgründigen und kalkreichen Lössboden ein idealer Standort für den Grünen und Roten Veltliner. Kühle Herbste und eine lange Vegetationsperiode lassen Weine von toller Konzentration und finessenreicher Säure entstehen.

Haben sie eine Handschrift beim Wein machen?

Das betrifft nun die dritte Generation am Betrieb, nämlich Franz Leth jun. IV (Jg. 1985), der ist seit zehn Jahren für die Vinifikation unserer Weine verantwortlich. Seine Handschrift ist klar erkennbar am Stil der Einzellagenweine, die sich weniger durch vordergründige Primärfrucht, sondern durch Komplexität, Individualität und ausgeprägter Mineralität auszeichnen.

Welchen eigenen Wein empfehlen Sie Ihrem besten Freund/Freundin, warum und wie schmeckt der?

Es gibt nicht „die Empfehlung“ für alles, sondern für die Terrasse den Muskateller fresh & easy, fürs Schnitzel den Veltliner Schafflerberg oder vor dem Kaminfeuer den Zweigelt Gigama Grande Reserve. Die Gelegenheit bestimmt die Weinempfehlung!

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