Köstliches Wein-Lexikon

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Essen und Trinken wörtlich: Hier finden Sie einen kleinen Auszug aus dem Genuss-ABC für alle Geschmackslagen

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Achterl:
Die Grundeinheit österreichischer Qualitätsweinseligkeit ist das Achterl und bezeichnet logischerweise einen Achtelliter Wein. Viele Jahre mittlerweile wird auch beim Heurigen, der lange Zeit als Hochburg des Viertels (= des Viertelliters) galt, der Orientierung an der Qualität des Weins der Vorzug gegenüber jener an der Quantität gegeben. Das Achterl tritt in verschiedenen Erscheinungsformen auf, so zum Beispiel als Flucht-Achterl, wenn man sich vor dem Gehen noch ein Glas gönnt, oder als Steh-Achterl, das zwischendurch im Stehen eingenommen wird, zumeist mit einem kleinen Imbiss verbunden.

Ausgesteckt/“ausg’steckt“:
Nach dem niederösterreichischen Buschenschankgesetz sind “Besitzer von Wein- und Obstgärten berechtigt, Weine aus eigener Fechsung entgeltlich auszuschenken”, und von dieser Berechtigung wird erfreulich üppig Gebrauch gemacht. Wenn ein Buschenschank oder Heuriger “ausg’steckt“ hat, dann ist er geöffnet. Signalisiert wird das durch einen am Eingang weithin sichtbar angebrachten und zur besseren Kenntlichkeit mitunter farbenfroh beleuchteten “Buschen“ aus mehreren Zweigen.

DAC
Hier handelt es sich um die Abkürzung Districtus Austriae Controllatus: Auf Basis des bisherigen österreichischen Qualitätswein-Systems sind DAC- Weine solche, die vor allem geschmacklich unverkennbar typisch für ein heimisches Weinanbaugebiet sind.

Fasslrutschen:
In längst vergangenen Tagen mussten die Winzer einen “Zehent“ (ein Zehntel) des von ihnen gewonnenen Weins an die Herrschaft abliefern; um diese Abgaben aufzubewahren, waren große Behältnisse vonnöten. Im Chorherrenstift Klosterneuburg nahe Wiens steht ein besonders prachtvolles Exemplar, das “Tausendeimer-Fass“, alljährlich am 15. November (am “Leopolditag“, dem Tag des Landespatrons Leopold) im Mittelpunkt eines beliebten volkstümlichen Brauchs, des “Fasslrutschens“. Das Fass ist nämlich in der Tat so groß, dass es wie eine Rutsche verwendet werden kann. Unterschiedliche Legenden besagen, dass man sich beim Rutschen was zu wünschen habe und dies dann in Erfüllung gehe.

Federspiel:
Die Wachauer Winzervereinigung Vinea Wachau Nobilis Districtus unterteilt ihre trockenen Weißweine in drei Kategorien: “Steinfeder“ werden alle Weine bis 11,5 % vol. genannt, “Federspiel“ jene bis 12,5 vol. % (bei mindestens 17° KMW), “Smaragd“ jene mit höherem Alkoholgehalt. Der Begriff “Federspiel“ hat seinen Ursprung in der Falknerei, die in der Wachau hohe Tradition hatte: Man bezeichnete damit das Simulieren einer Beute, um einen Falken auf die Hand zurückzulocken.

Flucht-Achterl:
Kein Wein, der den avancierten Genießer zur Flucht zwingt, sondern eher das Gegenteil: Wer nach einem gelungenen Abend Schwierigkeiten hat, sich loszureißen, legt zwischen Tisch, Garderobe und Ausgang einen kurzen Abschieds-Zwischenstopp an der Schank ein – und nimmt dort zum Abschied ein “Flucht-Achterl“.

Gebirgsaufschießen:
Das Gebirgsaufschießen ist ein traditioneller Brauch, bei dem der Beginn der Weinlese von Böllerschüssen begleitet wird. Es war sozusagen der Startschuss in die Lesezeit, denn in früheren Tagen durfte man ja vor der offiziell erfolgten Erlaubnis keine Trauben ernten. Der Brauch des Gebirgsaufschießens wird auch heute noch als Anlass zu fröhlichen Feierlichkeiten gepflegt, entsprechende Termine finden sich allherbstlich in Gumpoldskirchen in der Thermenregion im Süden Wiens.

G’spritzter:
Die Vermengung von Wein und Wasser wird in Österreich nicht auf die leichte Schulter genommen. In der Tat weingesetzlich definiert ist die Mischung von mindestens einem Teil trockenen Weins mit einem Teil Soda- oder Mineralwasser und mindestens 4,5 % vol. Alkohol.

Großheuriger:
Großheurige sind nach allgemeinem Verständnis keine großen Heurigen, sondern volksfestartige Veranstaltungen, bei denen weder an Wein, Musik noch an deftiger Kost Mangel herrscht.

G’sundheit – sollt leben!
Rund um den Most haben sich einige Rituale und Besonderheiten entwickelt. Die Mostviertler Etikette sieht zum Beispiel vor, dass man sich beim Mosstrinken nicht zuprostet, sondern „G’sundheit“ wünscht. Die korrekte Antwort darauf lautet „Sollst leben!“

„Heuriger“
Als Heuriger bezeichnet man in Niederösterreich sowohl den Jungwein als auch die Lokalität, wo der Wein aus der Eigenproduktion ausgeschenkt wird. Es kann sich dabei um einen Buschenschank, den saisonal begrenzten Ausschank des Erzeugerbetriebes handeln oder um einen als Heurigen geführten Gastgewerbebetrieb.

Hiata:
Der “Hiata“ hatte als Weingartenhüter dafür zu sorgen, dass die reifen Trauben im Herbst nur von befugter Hand entfernt wurden – von jener des Winzers. Eindeutig nicht befugt zur Entnahme waren sowohl Vögel als auch Traubendiebe.

Jungweinschnuppern:
Alljährlich im März, April und Mai laden einzelne Winzer oder ganze Weinorte (etwa Göttlesbrunn im Weinbaugebiet Carnuntum) zum “Jungweinschnuppern“. Das ist ein Tag der offenen Kellertür, bei dem Weinfreunde die fertigen Weine des über den Winter gereiften Jahrgangs kennen lernen können.

Kellergasse:
Eine zumeist überaus romantische, Jahrhunderte alte gassenförmige Ansammlung von Kelleranlagen am Rand eines Weinorts. Hier wurde (und wird sehr oft immer noch) der Wein gepresst, verkostet, gelagert, verkauft – und gefeiert.

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