Römerstadt Carnuntum

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Das alte Rom und die Römerstadt Carnuntum werden östlich von Wien wieder lebendig.

Eine kurze Geschichte von Carnuntum

Unter Kaiser Claudius wurde um das Jahr 54 n.Chr. ein Legionslager im Bereich des heutigen Deutsch-Altenburg errichtet. Zu Beginn des 3. Jahrhunderts n.Chr. erreichte Carnuntum seine größte Ausdehnung mit rund 10 km² und einer Einwohnerzahl von weit über 50.000 Einwohnern und war nach Trier die zweitgrößte Stadt nördlich der Alpen. Carnuntum lag exakt am Schnittpunkt der beiden bedeutendsten antiken Fernhandelsrouten der damaligen Zeit – an der Bernsteinstraße, die vom Baltikum bis nach Aquileia ging und am Donaulimes, der entlang der Nordgrenze des römischen Reichs von der Atlantikküste bis zum Schwarzen Meer reichte. Die letzte verbriefte Erwähnung Carnuntums erfolgte im Jahr 430 n.Chr. Danach geriet Carnuntum in Vergessenheit, da das ehemalige Vindobona, das heutige Wien, von immer größerer geostrategischer Bedeutung war.

Die Ausgrabungen

Die moderne wissenschaftliche Erforschung des „Pompejis vor den Toren Wiens“ begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Trotz rund 130 Jahren Forschungstätigkeit sind aktuell aber erst rund 0,5% der ehemaligen Stadtfläche von Carnuntum freigelegt. Die Tatsache, dass die antike Stadt Carnuntum in weiten Teilen nie modern überbaut wurde, macht Carnuntum zu einem Schatz für die Wissenschaft. So gelang etwa im Jahr 2011 ein Sensationsfund: Weltweit einmalig wurde in Carnuntum die nach dem Ludus Magnus in Rom zweitgrößte, idealtypische Gladiatorenschule gefunden.

Was ist wo zu sehen? – Ausstellungsstandorte und Wissenswertes

Die Römerstadt Carnuntum umfasst die Standorte Römisches Stadtviertel, Amphitheater der Militär- bzw. Zivilstadt, die Trainingsarena der Gladiatoren sowie das Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg, wo ein Großteil der zahlreichen Exponate der archäologischen Sammlungen von Carnuntum zu sehen sind. Um Carnuntum Menschen mit Behinderung besser zu erschließen, wurden 2015 die Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte durch neue Fahrspuren und taktile Systeme vorgenommen. Virtuelle Darstellungen auf großflächigen Informationstafeln ermöglichen den Besuchern eine neuartige Perspektive auf und in die Rekonstruktionen und erlaubt erstmalig einen Blick auf die Dachlandschaft des römischen Stadtviertels. Zusätzlich sollen virtuelle Straßenszenen aber auch jene Bereiche ergänzen, die nicht freigelegt und rekonstruiert sind.

ab 30. Juni 2022: „Carnuntum – Weltstadt am Donaulimes“

Ab Juni 2022 wird das Museum Carnuntinum in neuem Glanz erstrahlen. Zusätzlich zur Restaurierung kommt es auch zu einer inhaltlichen Neugestaltung: Das Museum präsentiert sich mit der Ausstellung „Carnuntum – Weltstadt am Donaulimes“. Anhand zum Teil noch nie gezeigter Exponate aus den Landessammlungen Niederösterreich werden die Stadtgeschichte, aber auch das gesellschaftliche Leben eindrucksvoll portraitiert.

Unser Tipp: die Carnuntum-APP

Die Römerstadt hat ihre eigene kostenlose App. Besucher:innen können jene Bereiche, die seit 1.700 Jahren unter der Erde liegen, sehen: mit dem eigenen Smartphone oder Tablet sieht man das Amphitheater, das Vergnügungsviertel, Tavernen und Souvenirshops aus einem Blickwinkel, wie ihn nur die Römer der Antike kannten!