Der bescheidene Superstar

Joseph Haydn: Der in Rohrau geborene Komponist hat die Wiener Klassik entscheidend mitgeprägt.

Joseph Haydn ist der Stammvater der Wiener Klassik – und noch viel mehr: Er brachte es vom Dorfkind aus dem niederösterreichischem Rohrau zum Ehrendoktor von Oxford, hatte Beethoven als Schüler und wurde von Mozart „väterlicher Freund“ genannt.

Joseph Haydn wird 1732 als Sohn eines Wagenmachers im niederösterreichischen Rohrau geboren. Sein musikalisches Talent wird früh entdeckt und gefördert, er wird unter anderem Sängerknabe von St. Stephan in Wien. Ab 1761 arbeitet er als Hofmusiker für die Fürsten Esterházy und lebt mit seiner Frau abwechselnd in Eisenstadt und in Wien. Als 1790 das fürstliche Orchester aufgelöst und er in Pension geschickt wird, wirkt Haydn fortan als selbstständiger Komponist. Seine größten Erfolge feiert er in Wien und auf seinen beiden Reisen nach London. Am 31. Mai 1809 stirbt der Komponist in Wien.
 

Fleißig und erfolgreich

Haydn galt als maßvoller Charakter – übermäßig hingegen war die Verehrung, die ihm seine Zeitgenossen, die Haydn als bedeutendsten und berühmtesten Komponisten der Wiener Klassik schätzten, entgegenbrachten. Haydn war nicht nur sehr bescheiden, sondern auch sehr fleißig: Er hinterließ mehr als 1.200 Werke. Er komponierte grandiose Oratorien wie „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“, er „erfand“ das Streichquartett und die Klaviersonate und schrieb die zeitlose Melodie der Kaiserhymne, die heute als deutsche Hymne fungiert.
 

Auf Haydns Spuren in Niederösterreich

Das schlichte, noch heute strohgedeckte Geburtshaus Joseph Haydns in Rohrau – auf halber Wegstrecke zwischen Wien und Bratislava gelegen – stellt eine der bedeutendsten Gedenkstätten des Komponisten dar. Das Geburtshaus und Schloss Rohrau sind auch die Hauptschauplätze der jährlich stattfindenden Haydn-Tage Schloss Rohrau.