Osterbrauchtum

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Vom Eierpecken, In die Grean gehen und Palmbuschen binden: Das Osterfest wird bunt!

Wie bei jedem anderen großen Fest gibt es auch rund um Ostern einige Bräuche und Traditionen, ohne die es einfach nicht dasselbe wäre. Wir zeigen dir, was in Niederösterreich zu Ostern so alles am Programm steht.

Ran an die Eier

In der Wohnung, im Garten, im Park – die traditionelle „Osternestsuche“ gehört ebenso zum Osterfest wie das Ostereierfärben. Jedes Jahr werden unzählige Eier versteckt – ob hartgekocht oder aus Schokolade. Doch warum dreht sich zu Ostern alles ums Ei?

Nach christlichem Brauch wird vor Ostern 40 Tage lang gefastet. Zu den verbotenen Lebensmitteln in dieser Zeit gehörten früher alle tierischen Produkte – also neben Fleisch auch Milch, Butter und Eier. Da ist kaum verwunderlich, dass die Freude über Eier zum Ende der Fastenzeit groß war.

  • Und warum hart gekocht? Um sie haltbar zu machen.
  • Und warum bunt? Um sie von rohen Eiern zu unterscheiden.
  • Und warum suchen wir sie im Freien? Angeblich ist diese Tradition heidnischen Ursprungs. Als Zeichen der Fruchtbarkeit und um die Frühlingsgöttin Ostara zu ehren, wurden Eier an Familie und Freunde verschenkt. Doch die Kirche hat dies unter strenge Strafe gestellt. Woraufhin sie nicht mehr persönlich übergeben, sondern auf Feldern versteckt wurden. Und so suchen wir auch noch heute.

Eine Sache der Stärke

Das traditionelle „Eierpecken“ (umgangssprachlich für „zusammenstoßen“) wird hierzulande in vielen Familien auch als Wettbewerb ausgetragen. Ein Spieler fängt an und schlägt mit der Spitze seines Eis auf die seines Gegenspielers, mit der Absicht, dessen Schale zu zerbrechen. Sieger ist, wessen Ei zum Schluss als einziges noch unversehrt bleibt. Unser Wettkampf-Tipp: Das gegnerische Ei in einem möglichst schrägen Winkel treffen, damit sich die Kräfte nicht symmetrisch verteilen! 

Auf die Palme gebracht?

Der Palmsonntag kennzeichnet den Beginn der Karwoche (also den letzten Sonntag vor dem Ostersonntag). Gefeiert wird der Einzug Jesu in die Stadt Jerusalem, dessen Anhänger ihn bejubelten und ihm zu Ehren Palmzweige auf dem Boden ausbreiteten. Die heute traditionell bunt geschmückten Palmbuschen, die zur Prozession mitgebracht werden, sind zu einem wesentlichen Symbol des Palmsonntags geworden und werden je nach Region aus unterschiedlichen Materialien gebunden – meist Palmkätzchen, Buchs und Wacholderzweige. Die geweihten Zweige sollen die Häuser und ihre Bewohner vor Unwetter und Hagel schützen und für reichen Ertrag sorgen.

Echt Niederösterreichisch!

Angelehnt an den biblischen Gang der Jünger nach Emmaus wird im Weinviertel das „In die Grean gehen“ noch bis heute von den heimischen Winzern gelebt, die für ihre Lesehelfer in ihren Kellergassen Speis und Trank zur Verfügung gestellt haben, sobald am Karsamstag die Osterratschen verklungen sind. Heutzutage versteht sich der Brauch als Begrüßung des Frühlings – dabei wird sich mit einer Heurigenjause gestärkt, der frische Wein verkostet und das frühlingshafte Erwachen der Natur gefeiert.

Genussvoll wird’s auch im Mostviertel: Neben dem traditionellen Osterschinken kommt dort nämlich der „Godnknüpfi“, ein kunstvoll geflochtener Hefeteig in Form eines Kipferls, auf den Tisch. Mit einer Münze geschmückt und von den „Godn“ – umgangssprachlich für Taufpaten – überreicht.