Weinviertler Museumsdorf Niedersulz

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Die Entstehung des Weinviertler Museumsdorf Niedersulz ist eine Erfolgsgeschichte, die mit einer großen Leidenschaft begann.

Schon von Kindheit an sammelte der geborene Niedersulzer Josef Geissler sakrale und bäuerliche Objekte aus dem Weinviertel. Heute ist das Museumsdorf ein weit über die Grenzen Niederösterreichs bekanntes beliebtes Ausflugsziel – und ein Stück Weinviertler Geschichte.

Der Beginn einer großen Leidenschaft

Josef Geissler, 1949 in Niedersulz als Sohn eines Landwirts geboren, sammelte von Kindheit an „altes Klumpert“; seine Vorliebe für Altes und Sakrales zeigten sich dann auch in seiner Berufswahl. Er absolvierte eine Lehre als Kirchenmaler und sanierte im Laufe seiner Berufsjahre viele Kirchen in Niederösterreich. Der privaten Sammelleidenschaft hat das natürlich keinen Abbruch getan: 1977 stellte Geissler erstmals seine gesammelten Kostbarkeiten in der aufgelassenen Volksschule von Niedersulz, im sogenannten „Weinviertler Dorfmuseum“ aus. Als die gesammelten volkskundlichen Artefakte aber auch diesen Rahmen sprengten, erhielt er von der Gemeinde Sulz 5 ha Grund entlang des Sulzbaches, hier sollte in den nun folgenden Jahren das Museusmdorf Niedersulz entstehen.

(Wieder-)Belebte Dorfgeschichte

Seit November 1979 wird unablässig daran gearbeitet, ein idealtypisches Weinviertler Dorf um 1900 nachzustellen: Wohnhäuser, Werkstätten, Stadel, Kapellen, ein Wirtshaus und eine Schule, ja sogar eine ganze Kellergasse mit Vinothek wurden rekonstruiert. In diesen authentisch eingerichteten Gebäuden werden immer wieder Sonderausstellungen zu Lehmbauten, Bauernleben, Alltag im Dorf etc. gezeigt. Kulturvermittler erzählen aus dem Leben einfacher Schmiede, Schuster, Wagner und anderen Handwerkern, von ihren oft harten Lebensumständen und von alten Handwerkstechniken. Ebenfalls rekonstruiert wurden Gärten der damaligen Zeit. Ein Kräuter- und ein Gemüsegarten sowie ein Schulgarten wurden neu angelegt. Auf dem Areal des Museumsdorfes wachsen mittlerweile wieder über 600 Obstbäume mit über 400 verschiedenen Sorten, vor allem alte regionale Äpfel- und Birnsorten, die zur Erntezeit auch verkostet werden können.

Übrigens: Josef Geissler ist seit Anfang 2011 im Ruhestand und widmet sich natürlich weiterhin seinem Lebenswerk: aktuell der Sanierung des Pfarrhofs in Niedersulz, wo er auch seine umfangreiche Sakralsammlung präsentiert.

 

Veranstaltungstipps im Jubiläumsjahr – eine Auswahl

 

  • 18.19.05.2019, 1317 Uhr: Kellergassenfest beim Museumsfrühling Niederösterreich
    Weinverkostung- und Verkauf bei Winzern der Region, Führungen zum Thema Weingarten- und Kellerarbeit, Bedeutung und Stellenwert der Kellergasse.
     
  • 26.05.2019, 1317 Uhr: Schaugartentage
    Eine Expertin erläutert an diesem Tag die Bedeutung und den Stellenwert eines Schulgartens anno dazumal, und steht natürlich auch für gartenbezogene Fragen gerne zur Verfügung.
     
  • 01.06.2019, 14 Uhr: Eröffnung Wagnerei Halmschlag aus Hollabrunn
    Die Werkstatt des Wagners Franz Halmschlag aus Hollabrunn aus dem Jahr 1911 wurde im Museumsdorf originalgetreu nachgebaut und eingerichtet.
     
  • 09.06.2019, 1017 Uhr: Kinder- & Spielefest
    Tempelhüpfen, Blinde Kuh, Zehnerln, Versteinern und viele weitere Spieleklassiker können unter fachgerechter Anleitung erprobt und gespielt werden. Besuch am „Lebenden Bauernhof“ mit Ziegen, Schweinen, Gänsen und Hühnern; zwei Naturspielplätze gestalten das große Kinder- und Spielefest im Museumsdorf Niedersulz zu einem unvergesslichen Erlebnis.
     
  • 16.06.2019, 1417 Uhr: Bezirksweisenblasen
    Volksmusikdarbietungen zahlreicher Musikgruppen aus der Region.
     
  • 30.06.2019, 1317 Uhr: Thementag: Kinderalltag anno dazumal
    Bei Mitmach-Stationen wie Butter stampfen, Melken, Wäsche waschen u.v.a. können Kinder das Alltagsleben im Dorf vor 100 Jahren aktiv erleben.
     
  • 07.07.2019, 1017 Uhr: Eröffnung Hutterer-Gemüsegarten & Täufertag
    Gottesdienst und Präsentation des neu angelegten Gemüsegartens, Wissenswertes über die Täuferbewegung im Weinviertel und Führungen durch die Täuferausstellung.
     
  • 16.07.2019, 19:30 Uhr: Gartensommer-Vollmondnacht
    Geführter Rundgang zu den blühenden Gärten des Museumsdorfes in der Dämmerung der beginnenden Vollmondnacht.
     
  • 11.08.2019, 9:3017 Uhr: Südmährerkirtag
    Kirtag aufziehen, Einmarsch der Trachten und Solotanz – all die Bräuche aus der alten Heimat der Südmährer erwachen am Sonntag, dem 11. August, beim Südmährerkirtag im Museumsdorf Niedersulz zu neuem Leben. Der Weinviertler Kirtags-Tradition ähnlich, ist der Südmährerkirtag Anziehungspunkt für viele Besucher über die Region hinaus.
     
  • 08.09.2019, 1017 Uhr: Dirndlgwandsonntag
    Dirndlgwandsonntag im Museumsdorf Niedersulz mit Feldmesse und Frühschoppen mit der Ortsmusikkapelle Niedersulz. Ermäßigter Eintritt mit Tracht!
     
  • 14.09.2019, 1017 Uhr: Naturgartenfest
    Die Pracht der herbstlichen Gärten im Museumsdorf erleben bei Gartenführungen, Vorträgen zum naturnahen Garten, einem Pflanzen- und Kunsthandwerksmarkt u.v.m.
     
  • 28.09.2019, 1017 Uhr: Pferdekraft
    Das Pferd in der ländlichen Arbeitswelt: Pflügen, Mähen, Haflinger melken, Weingartenbodenbearbeitung etc. werden im Museumsdorf Niedersulz zu neuem Leben erweckt. Darüber hinaus kann Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schultern geblickt werden.
     
  • 13.10.2019, 1113 Uhr: Thementag: Drischl dresch'n und Waz ausles'n
    Der Herbst im Dorf bedeutete die Verarbeitung der Ernte. So wird zum Beispiel mit Drischln das Getreide aus der Spreu gedroschen. Um einen Berg Kukuruzkolben trifft man sich zum „Waz ausles´n“.
     
  • 26.10.2019, 1317 Uhr: Thementag: Federn schleiß'n und Striezel flecht'n
    Federn schleiß´n war die vergnügliche Winterarbeit der Frauen und Mädchen, wenn in einem Haushalt heiratsfähige Töchter wohnten. Denn für das Brautbett waren vier Pölster und zwei Tuchenten zu füllen. Beim Federn schleiß´n – dem Abzupfen des Flaumes von den Federkielen – wurde viel gesungen und der Dorftratsch ausgetauscht. Dieser gesellige Brauch wird im Museumsdorf Niedersulz am Nationalfeiertag wieder belebt.