Weinviertel: Von Rebläusen und Windmühlen

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Wer das Weinviertel in all seinen Facetten entdecken möchte, muss in Retz damit beginnen: sowohl ober- als auch unterirdisch ein Genuss.

Vom Wiener Hauptbahnhof dauert es entspannte eineinhalb Stunden, bis der Regionalzug am Bahnhof Retz einfährt. Dort angekommen, sind es nur acht Minuten Fußmarsch bis zum Hauptplatz, dem größten Marktplatz Österreichs. Hier eingebettet in die unendlich wirkenden Weinhügel kommt dank einer Mischung aus majestätischen Bauten, verwinkelten Gässchen und mittelalterlichen Stadtmauern wahrlich südländisches Feeling auf.

Durch die Rohre schauen

Doch Retz ist nicht nur an der Frischluft schön anzusehen, sondern verfügt über ein beeindruckendes unterirdisches Rohrsystem und ist komplett unterkellert. Hautnah miterleben kann man dies am besten bei einer professionellen Führung durch den Retzer Erlebniskeller – mit 21 Kilometern Länge und 20 Metern Tiefe der größte Weinkeller Mitteleuropas. Eine Runde durch die Kellergewölbe dauert ungefähr 90 Minuten und beinhaltet einen historischen Querschnitt am Hauptplatz sowie ein hervorragendes Glas Wein direkt aus dem Ort in der Vinothek des Hotels Althof. Für Freunde zurückgelegter Höhenmeter bietet sich hernach auch noch ein Besuch des Retzer Rathausturms an. Eine schmale Wendeltreppe mit 128 Stufen führt 30 Meter nach oben und garantiert einen Blick über die Gemeinde und darüber hinaus.

In Windmühlen

Falls der Wissensdurst nach dem vorzüglichen Wein und den interessanten Ein- und Ausblicken noch nicht gestillt sein sollte, empfiehlt sich eine der vielen Stadt-Führungen, die noch weit mehr spannende Dinge über Niederösterreichs weinreichen Dreh- und Angelpunkt vermitteln. Auf eigene Faust lassen sich außerdem Spaziergänge auf die sanften umliegenden Hügel absolvieren – den Kalvarienberg bei der Retzer Windmühle beispielsweise: Das historische Retzer Wahrzeichen ist eine der beiden letzten betriebsfähigen Windmühlen in Österreich und kann natürlich auch besichtigt werden. Ebendort, am Fuße des Weinberges unter der Windmühle, lässt es sich köstlich im Restaurant des Althof Retz speisen und luxuriös übernachten.

Mit der Reblaus hoch hinaus

Es gibt aber natürlich noch mehr Dinge im Weinviertel zu entdecken. Den Reblaus Express zum Beispiel, der nicht umsonst alternativ „Die schönste Verbindung zwischen Wein- und Waldviertel“ genannt wird. Die Erlebnisbahn startet in Retz und tuckert 40 Kilometer durch Weingärten und pittoresk anmutende Landstriche bis nach Drosendorf. Sogar über einen Heurigenwaggon und einen extra Fahrradwaggon verfügt die beliebte Bahn. In letzterem werden Räder kostenlos mitgenommen – es könnte ja durchaus sein, dass die Fahrradfahrtüchtigkeit unterwegs eingeschränkt wird. In Drosendorf wird nach erfolgreicher Ankunft eine Stadtführung durch das mittelalterliche Städtchen wärmstens empfohlen.

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