Die Berührungspunkte der Barrierefreiheit

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Von Kalifornien bis ins Waldviertel: Wer Dani und Gerhard auf den sozialen Medien folgt, erkennt sofort: Ihre große Leidenschaft – neben Sohn Moritz natürlich – ist Reisen.

Stand-Up-Paddling, Schwimmen, Schifahren, 100 Stufen im Alleingang oder mit Sohn Moritz die sehenswertesten Naturschauplätze erkunden: Gerhard kann alles, denn er macht das, was er will. „Grenzen entstehen im Kopf und schaffen Barrieren“, sind er und seine Frau Dani fest überzeugt.

Für Gerhard Holnsteiner bedeutet Barrierefreiheit vor allem das Erspüren der eigenen Grenzen. Nur durch Ausprobieren, Erfahrungen sammeln und flexibel bleiben – im Geiste, in der Mobilität und organisatorisch – lassen sich Barrieren im Leben lösen oder zumindest auf ein Minimum reduzieren. Denn Gerhard sitzt nach einem Unfall seit 2009 im Rollstuhl. Zwei Wirbel waren angeknackst, doch der Querschnitt ist inkomplett. Ein Teil der Reizleitung, also Restfunktionen in der Bewegung und Sinneswahrnehmung, ist in diesem Fall noch erhalten. Gerhard kann seine Beine zur Fortbewegung nutzen, wenn auch nur unterstützt mit Gehilfen wie Krücken.

Die Wachau ist ihre DNA

Ob Berge, Seen oder eine spontane Fahrt ins Grüne: Die frisch gebackenen Eltern lieben es, als Familie unterwegs zu sein – vor allem in ihrer Heimat, der Welterberegion Wachau, wo sie sich trotz aller Einschränkungen bestens zurecht finden, jeden einzelnen Winkel bereits erkundet und jeden Heurigen selbst besucht haben. Weil ihre Erfahrungsberichte und Weiterempfehlungen auch außerhalb ihres Freundeskreises Anklang gefunden haben, entwickelten die beiden die Plattform „Wachau Inside“, wo sie bereitwillig ihre Insider-Tipps mit der breiten Fan-Community teilen.

Doch ab sofort wartet eine neue Herausforderung auf das Trio, denn sie reisen erstmalig hauptsächlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und machen sich auf die Suche nach neuen Blickwinkeln und nachhaltigeren Wegen in ihrem Heimatbundesland Niederösterreich.

Challenge accepted: Der Freiheit auf der Spur

In vielen geschichtsträchtigen Regionen Niederösterreichs, wo Denkmalschutz oder geologische Umstände für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen oft zur unüberwindbaren Hürde werden können und ein Zutritt zu vielen Ausflugszielen und dem damit verbundenen Urlaubserlebnis oftmals verwehrt bleibt, ist die Freiheit auf den ersten Blick überschaubar. Eine gut geplante Reiseroute und eine intensive Vorfeldrecherche ist also das A und O. Und so machen sich die Wachau Insider auf zu einer Urlaubsreise mit Zug, Bus, Bahn, Rollstuhl und Kinderwagen – ohne Barriere mit viel Mut, Freude und voller Tatendrang.

Auf 8 Rädern unterwegs durch Niederösterreich

Gemeinsam mit Dani entdecken Gerhard vom Rollstuhl und der 1-jährige Sohn Moritz vom Kinderwagen aus die schönsten Plätze Niederösterreichs. Nicht nur die bereits liebgewonnenen Orte stehen dabei auf der Bucket-List für ihre Familienexkursion: die beeindruckenden Wiener Alpen, die längste Schmalspurbahn Österreichs, eine der letzten beiden betriesbfähigen Windmühlen, unzählige Weinberge und romantische Kellergassen, die historischen Pfade von Kaiser Franz-Joseph oder die größte Open-Air Fotoausstellung Europas werden Teil der 6-teiligen Reise sein.

Die Niederösterreichischen Öffis sind Ausgangspunkt einer Entdeckungsfahrt zur eigenen Mobilität, mit der die Barrierefreiheit wortwörtlich an ganz besonderen Orten gelebt werden kann. Eine spannende und hindernisfreie Ausflugsreihe auf Schienen und den eigenen „Rädern“ einmal ganz anders.