Viertelfestival Niederösterreich

Kulturschaffende und Kulturinitiativen bespielen 2018 das Viertelfestival Niederösterreich im Waldviertel.

Das Viertelfestival Niederösterreich wird jährlich von rund 40.000 Kulturinteressierten besucht. Es bietet heuer noch bis 5. August knapp 70 Kunstprojekten regelmäßig eine Bühne.

Die Festival-Projekte umfassen alle Sparten der Kunst; ihre inhaltliche Bandbreite reicht von der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Viertels über die Thematisierung landschaftlicher und volkskultureller Besonderheiten bis zur Würdigung bekannter Persönlichkeiten.

Narrnkastl schaun

Im weitgehend ländlich geprägten Niederösterreich ist die Kulturarbeit abseits urbaner Zentren von großer Bedeutung: Abwechselnd findet das Viertelfestival alljährlich in je einem Viertel Niederösterreichs statt – 2018 im Waldviertel. Das Festivalmotto „Narrnkastl schaun“ fordert dazu auf, sich mit dem Lebensraum Waldviertel auseinanderzusetzen: die Kunstschaffenden befassen sich in ihren Projekten mit der Waldviertler Landschaft, mit Orten der Entschleunigung und der Entspannung; mit Landschaft als Inspiration und wie sie dazu beiträgt, einen kreativen Schaffensprozess in Gang zu setzen.

Camera obscura: Ein Blick übers Land

Mit der Landschaftsinstallation „Camera obscura‟ wird der Menschheitstraum von der Aufhebung der Schwerkraft thematisiert: Auf dem Wörth in Gars am Kamp entsteht eine zwei Kubikmeter große, begehbare Camera obscura, ein lichtdichter Raum. Ein kreisrundes Loch in der Wand gibt den Blick auf den Kamp, die Kampwehr und eine Bogenbrücke frei. Auf den verspiegelten Außenseiten sieht man das Abbild der realen Umgebung, im Inneren einen auf den Kopf gestellten Wirklichkeitsausschnitt: Der Kamp fließt nach oben. Beim Betreten des lichtdichten Raums gewöhnt sich das Auge nur langsam an die Dunkelheit. Nach einer Weile hat das Gehirn verstanden, dass die Darstellung Kopf steht, und stellt das Bild wieder auf die Füße.

Ein Blick ins Innere

Spuren des eigenen Lebens: Im Rahmen von „Wunderboxen‟ kann man auf einem Weitwanderweg der besonderen Art dem eigenen Leben auf die Spur kommen. Gemeinsam schufen 22 Gemeinden im südlichen Waldviertel aus der Verbindung von Ysperweitentalweg und Kremstalweg den 260 Kilometer langen „Lebensweg“, dessen 13 Etappen wichtige Lebensabschnitte, von der Geburt bis zum Tod, symbolisieren. Die Wunderboxen sind Audio-Installationen entlang des Wegs, die zum Nachdenken und genussvollen Entschleunigen anregen sollen.

Von Märchenreise und fremden Welten

Beim KASUMAMA Afrika Festival und beim internationalen ÜBERGÄNGE PŘECHODY Festival erwarten den Besucher die „Mythen der Welt“ : Die Präsentation wurde in einem mehrmonatigen Projekt von TeilnehmerInnen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen erarbeitet. Gemeinsamkeiten wie Sprache, bekannte Melodien, Symbole und Gesten, Geschichten und zauberhafte Gestalten mit Masken finden sich in Kulturen überall auf der Welt. Das Publikum darf sich auf einen sinnlichen Märchenrundgang mit Stationen freuen und die Unterschiede zwischen einem Dschinn aus dem Hindukusch und einer Waldviertler Hexe erraten ... falls es einen gibt! Ziel dieses theaterpädagogische Projektes ist, über den interkulturellen Austausch die Integration von Familien mit Fluchthintergrund im Waldviertel unterstützen.

Das Viertelfestival 2018 ist vorüber, informieren Sie sich hier über das Viertelfestival 2019 im Industrieviertel. 

Alle Veranstaltungen zum Viertelfestival 2018 im Waldviertel