Heimat großer Töchter

Über 250 denkmalgeschützte Objekte österreichweit öffnen am 24. September 2017 bei freiem Eintritt ihre Türen.

Tag des Denkmals 2017 in Niederösterreich: das heißt in 38 Burgen, Schlössern, Museen einzigartige Einblicke in die Geschichte Niederösterreichs erleben. Heuer findet der Tag des Denkmals übrigens unter dem Motto "Heimat großer Töchter" statt, besondere Programmpunkten und speziell aufs Thema abgestimmte Führungen vermitteln einen einzigartigen Blick auf unser kulturelles Erbe.

Forscherin, Wirtschaftstreibende und Künstlerin …

Marie Jahoda erlangte durch ihre Mitarbeit an der Arbeitslosenstudie von Marienthal (1933), die zu den Klassikern der empirischen Soziologie gehört, weltweite Bekanntheit. Die Führung „Auf den Spuren von Marie Jahoda“ startet in Gramatneusiedl beim Denkmal Hermann Todescos (ihm gehörte die Textilfabrik Marienthal), führt vorbei an der revitalisier­ten, historischen Arbeitersiedlung Marienthal und endet im Museum Marienthal mit einer Fotoreportage über das Leben die­ser damals hoch entwickelten Arbeiterkultur. In Pottenstein wirkte Hermine Krupp: schon 1888 ließ sie auf dem Kremesberg einen hochmodernen Ökonomiebetrieb mit über 250 Kühen und der ersten elektrischen Melkanlage der Monarchie errichten; beispielgebend waren die automatisierten Betriebsabläufe und ein für die damalige Zeit außergewöhnlich hoher Hygienestandard, worüber man in der Führung „Fräulein Hermine Krupp und ihr Kuhsalon“ mehr erfährt. Und im Ruppersthaler Pleyel-Museum geht es ausnahmsweise nicht um den meistgespielten Komponisten seiner Zeit, Ignaz Joseph Pleyel sondern um seine Schwiegertochter. In der 90-Minuten-Führung „Eine göttliche Pianistin“ werden Leben und Wirken der Camilla Pleyel präsen­tiert. Die Führungen geben einen raren Einblick in den Alltag einer Künstlerin. Ein besonderes Highlight: Museumsbesucher dürfen unter Aufsicht Original Instrumente aus der Manufaktur Pleyel ansehen und probieren!

… und viele Frauen ohne Namen

Im MAMUZ in Schloss Asparn/Zaya erfährt man von „Frauen aus der Steinzeit und dem Mittelalter“: etwa der ersten uns bekannten Feinmetallschmiedin der Bronzezeit, die in Geitzendorf bestattet wurde. Die Frauen bei der Wiener Tramway werden in einer Bilderausstellung im Traiskirchner Wiener Tramwaymuseum-Museumsdepot vor den Vorhang geholt. Im Stadtarchiv Wiener Neustadt werden seit 1350 Dokumente offiziellen und privaten Lebens in der Stadt aufbewahrt: Für 15 Minuten werden 3 Frauen aus 3 Jahrhunderten in den Führungen eine Stimme geliehen und sie berichten aus der wechselvollen Geschichte Wiener Neustadts – aus Sicht der Frau! Schloss Orth an der Donau widmet sich den Bierbrauerinnen, denn zu Maria Theresias Zeiten war das oftmals noch Frauensache. In die Urgeschichte entführt das Urzeitmuseum Nussdorf ob der Traisen: „Große Töchter – reiche Gräber“ erzählt von Bestattungsriten und zeigt außergewöhnliche Grabbeigaben von Frauen und Mädchen der frühgeschichtlichen Epoche. Die Zeit der Reformation lässt schließlich die Ausstellung „GLAUBENsREICH“ in der ältesten evangelischen Kirche Niederösterreichs in Mitterbach wieder lebendig werden, wenn Sie die wechselvolle Geschichte der Protestantinnen in Niederösterreich schildert.

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