Schön wie Silber

Wenn man die kleine Werkstatt der Familie Chlada betritt, merkt man gleich: Hier wird mit Metall gearbeitet. Diebische Elstern hätten ihre Freude, denn überall am Boden glitzern silbrige Späne.

Es handelt sich um das selten gewordene Zinn, das die Brüder Robert und Roman heute noch zu kleinen Kunstwerken verarbeiten. Glitzernde Schlüsselanhänger, Dekoration für Christbäume, Glücksbringer, Pillendosen und Schmuck: Familie Chlada schätzt die guten Eigenschaften von Zinn. Denn das glänzende Metall ist ungiftig, geschmacksneutral und weist sogar eine leicht antiseptische Wirkung auf!

Weihbrunnen für daheim
Es ist ein alter christlicher Brauch, sich selbst – und als Eltern seine Kinder – jeden Tag durch ein Kreuzzeichen zu segnen. Im Volksmund heißt es sogar: „Elternsegen geht über Berg und Tal und findet die Kinder überall.“ In vielen Häusern ist es daher gelebte Tradition, ein kleines Gefäß in der Stube oder im Schlafzimmer hängen zu haben, das mit Weihwasser befüllt ist und dem täglichen Segen dient. Besonders hübsche Weihbrunnen für daheim kommen aus der Traditionsgießerei Chlada aus Kaltenleutgeben im Wienerwald.

Von der Zeichnung zum Weihbrunnen 
In der Werkstätte Chlada wird bei der Herstellung des Weihbrunnens alles selbst gemacht: der Entwurf, die Gießformen und natürlich das Gießen selbst. Bevor es an den Guss geht, wird das Zinn im Ofen geschmolzen. Nun gießt der Handwerker mit einem Speziallöffel das flüssige Zinn in die zuvor fixierte und erwärmte Form. Ist das Metall erkaltet, wird es aus der Form gelöst. Nun bekommt der Weihbrunnen noch seinen Feinschliff, er wird patiniert und anschließend poliert.

Die Zinngießerei
Rudolf Chlada erlernte sein Handwerk bei einer der damals wohl renommiertesten Metallwerkstätten Österreichs, der Firma Hagenauer. Dort arbeitete er bei bedeutenden staatlichen und kirchlichen Aufträgen mit, etwa bei Arbeiten an der Hofburg, an der Staatsoper, am Parlament und am Wiener Stephansdom. Als junger Meister gründete er zusammen mit seiner Frau Linde im Jahr 1960 seine eigene Werkstätte. Nach seinem Tod übernahmen die Söhne Robert und Roman den Betrieb und führen ihn gemeinsam mit ihrer Mutter traditionsbewusst fort.

Werkstätte Rudolf Chlada

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