Schallaburg

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Bis heute faszinieren uns die Geschichten der großen Reitervölker Europas und Asiens.

„Reiternomaden in Europa“

Die Ausstellung „Reiternomaden in Europa“ beleuchtet noch bis 6. November 2022 Leben, Kultur und Schaffen der bekanntesten europäischen Reitervölkern wie Hunnen, Awaren, Bulgaren und Ungarn. Die Steppenreiter, denen durchaus der Ruf als brandschatzende Räuber anhaftet, sind ursprünglich oft einfache Nomaden, die ihre Heimat im eurasiatischen Steppenraum hatten, und durch ihre Wanderungen einen wichtigen und unterschätzten Beitrag zur Entstehung Europas beitrugen.

Von Hunnen, Awaren und anderen Reitern

Die Hunnen sind eigentlich ostasiatische Reiternomaden, die ab dem 3. Jahrhundert nach Westen drängen. Nomaden aus Zentralasien schließen sich ihnen an, teils werden sie gezwungen, teils lockt sie die Aussicht auf Raubgut. Um 375 n.Chr. erreichen die Hunnen das Schwarze Meer und zerschlagen die dortigen Reiche der Alanen und Goten. Die unterworfenen Völker werden dabei von den Hunnen auch gerne „aufgenommen". So bildet sich um den asiatischen Ursprung der Horde ein multikultureller Verband, dessen Macht auch vom Schwarzen Meer bis nach Ungarn reicht. Seinen Höhepunkt erlebt das Reich der Hunnen unter dem charismatischen Kriegsherren Attila, der sogar das mächtige Römische Reich angreift. Als Attila stirbt, zerfällt das Hunnenreich aber so rasch, wie es entstanden ist. Die Geschichte der Awaren in Europa beginnt etwas später, um etwa 560 n. Chr.: Damals bieten sie, weil sie selbst von den Türken aus ihren Gebieten vertrieben wurden, dem byzantinischen Kaiser ihre Dienste als Reiterkrieger an; im Gegenzug möchten sie Siedlungsgebiete haben. Woher die Awaren genau kommen, ist unklar, denn die Bezeichnung „Awaren“ ist damals sehr beliebt und viele nomadische Gruppen bezeichnen sich selbst so. Man vermutet, dass sie aus der Mongolei und der Mandschurei etwa 20.000 Krieger samt ihren Familien nach Europa aufmachten. Die Awaren siedeln sich zunächst an der unteren Donau an im Karpatenbecken an, während der Blütezeit erstreckt sich ihr Rayon von Niederösterreich bis ins heutige Rumänien.

Info zu den weiteren Ausstellungshighlights und zur Schallaburg auf www.schallaburg.at