Portrait

Aus der Idylle in die Welt. Und wieder zurück: Wie der Peter zum Weltreisenden wurde.

Für den Peter war schon immer klar, dass er einmal hinaus muss in die Welt. Dass er einmal genauso dringend wieder wird zurück müssen, das war ihm nicht so klar. Passiert ist es aber trotzdem. Zwischen Sahara und San Diego hat er sich gedacht: Es reicht. Ich muss heim. Und jetzt ist er da. In Niederösterreich.

Der Peter wurde irgendwann zwischen Mondlandung und Mauerfall geboren. Und zwar in einem idyllischen Ort, wo seine idyllische Familie lebt und er eine idyllische Kindheit hatte. Zu idyllisch, dachte sich der Peter. Also hat er sich irgendwann aufgemacht in die Welt, um zu schauen, was es sonst noch so gibt. Gefunden hat er fast alles. Er ist mit Schweinen in den Sonnenuntergang auf den Bahamas geschwommen, hat den gelben Spitzwegerich auf den Bäreninseln gezüchtet und hat sich in Guadalupe 12 Stunden in einer Menschenmenge angestellt. Aber nach über zehn Jahren des Weltkennenlernens ist er plötzlich in der Sahara gestanden und hat Ali Baba, das Berberschaf, geschoren und in den Himmel geblickt, wo er sie sah: die Vögel. Und dann musste er unweigerlich an die Mauersegler denken, die er als kleiner Bub immer beobachtet hat. Und wie die hinfliegen konnten wo sie wollten und trotzdem sind sie immer wieder zurückgekommen. Da wusste der Peter: Es zieht ihn heim. Zurück in die Idylle, die er enttäuschend schlecht kennt. Und ganz nach alter Weltreisermanier macht er sich jetzt eben auf, um seine Heimat zu erkunden. Und da gibt es noch so einiges zu entdecken.

Wenn der Peter in sein Stammbuch schreibt ...

Alter Mitte dreißig und ein paar Zerquetschte
Sternzeichen Schütze
Spitzname Peda [pe:da], Peterle (Rufname meiner Mutter; sie nennt mich zu meinem Unverständnis auch heute noch so) oder Samson (hebräisch für „kleine Sonne“; so taufte mich ein Freund, den ich auf einer meiner Reisen kennenlernte)
Lieblingsessen Eis in allen Variationen, Grammelschmalzbrot
Familienstand Single – aber was nicht ist, kann ja noch werden ;)
Markenzeichen Rote Jacke, Wuschelhaare und die Tattoos, die ich mir auf meiner Reise um die Welt als besondere Erinnerung stechen ließ
Lieblingsband/ -künstler Falco – Mit allen Hochs und Tiefs
Lebensmotto „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“ Lao Tze
Darauf kann ich verzichten ... Rucola
Zuletzt gefreut habe ich mich über ... Eine Postkarte von meinem Neffen, nachdem er in der Schule das Alphabet gelernt hatte
Auf diesem Schnappschuss könnte ich zu sehen sein ... Beim Spielen mit den Kindern meiner großen Schwester
Als Kind wollte ich gerne werden ... Weltentdecker oder Pilot
Mein verborgenes Talent Malen und Steine übers Wasser springen lassen; „plattln“ wie man bei uns sagt
An das werde ich immer denken ... Eine alte Bauernweisheit meiner Oma: „Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man hinaus in die Ferne kommt“
Meine schönsten Kindheitserinnerungen ... Die Sommer am Lunzer See
Ein Vorsatz für die Zukunft Meine Heimat wie meine Westentasche kennen