Hermann Nitsch Museum

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Das nitsch museum in Mistelbach präsentiert die Schau „Hermann Nitsch – Neue Arbeiten“.

Gezeigt werden an die 80 großformatige Bilder des Universalkünstlers aus den beiden neuen Malperioden: die völlig neuen, leuchtenden Farbkompositionen, inspiriert von Pfingstrosen und anderen Frühlingsblumen sind bis 5. September 2021 zu sehen, in der Kapelle des Museumsareals sind parallel dazu Visualisierungen der Nitsch Sinfonien zu hören und zu sehen.

„Es macht mir grosse Freude, mich bei meinen Arbeiten, die ich als Achtzigjähriger noch herzustellen vermag, auf die blumenfarbige Leuchtkraft der geschmierten Farbsubstanz zu konzentrieren. Mehr denn je ist mir die Auferstehung ein Prinzip", so Hermann Nitsch über seinen „Auferstehungszyklus". Er überrascht in der aktuellen Ausstellung mit einer üppigen Farbpalette aus leuchtenden Tönen, intensive Farbcluster mit reliefartiger Haptik treffen auf eine transzendente Leichtigkeit. „Die Malerei von Nitsch wurde in den letzten Jahren deutlich lebensbejahender und freudiger, dies ist auch in den Bereichen seiner Musik und seiner Aktionen zu bemerken. Sein aktuelles Werk ist wach, weise und reif, intensiv, konzentriert, rein und gewissermaßen „leicht“ zugleich. So wie Nitsch in seiner Musik eine Sphärenmusik anstrebt, so bündelt er in seiner Malerei das Licht der Farben, denn Farben und Licht sind für Nitsch eine Angelegenheit der Auferstehung.“ so Michael Karrer, künstlerischer Leiter des nitsch museum, in der Einleitung des Katalogs zur Ausstellung.

Die Präsentation in der Kapelle des Museumsareals widmet sich der Musik von Hermann Nitsch. In Kooperation mit dem Institut für Schallforschung der Akademie der Wissenschaften werden Sinfonien des Künstlers mithilfe eines Spektrogramms visualisiert. Die einzelnen Töne und deren Frequenzen werden dabei bildlich in Form von Linien dargestellt. Auf der vertikalen Achse wird der Zeitverlauf der Töne, auf der horizontalen Achse der entsprechende Frequenzverlauf festgehalten.

Der 1938 in Wien geborene Nitsch zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Wiener Aktionismus und ist einer der vielseitigsten zeitgenössischen Künstler: Aktionist, Maler, Grafiker, Komponist (Sinfonien, Orgelkonzerte), Bühnenbildner. Nitsch gilt als Enfant terrible der österreichischen Kunstszene und ist dafür bekannt, Tierkörper, Blut und Teile geschlachteter Tiere zu nutzen. Sein Gesamtkunstwerk das Orgien Mysterien Theater demonstriert das breite Spektrum seiner Kunst und fordert alle fünf Sinne des Publikums.