An der Mostviertler Moststraße

In den letzten Aprilwochen schwebt das Mostviertel wie auf Wolken: Dann nämlich blühen allein im Ybbstaler Alpenvorland rund 300.000 Birnbäume.

Der Most ist für das Mostviertel so besonders, dass er sogar namensgebend für eine ganze Region ist. Er ist hier aber auch deshalb so einzigartig, weil er nicht wie sonst üblich aus Äpfeln sondern aus dem Saft der Mostbirne gegoren wird. Most und Mostkulinarik sind an der Moststraße Mostviertel besonders genussvoll zu erleben.

Wie Perlenketten überziehen die Bäume das sanfte Hügelland und geben dem Miteinander von verstreuten Dörfern, wuchtigen Vierkanthöfen, Feldern, Wiesen und Wäldern einen blühenden Rahmen. Dass gerade im Mostviertel die meisten Mostbirnbäume Europas wachsen, ist kein Zufall. Genetische Untersuchungen ergaben, dass sich hier vor 7000 Jahren aus Wild- bzw. Holzbirnbäumen die ersten Mostbirnbäume entwickelten. Die schweren, aber auch fruchtbaren Böden der Region sind für den Mostbirnbaum und seinen pfahlartige Wurzeln, die tief in die Erde eindringen, wie geschaffen.

Nach einigen Jahrzehnten, in denen die Mostkultur in Vergessenheit geriet, erinnert man sich im Mostviertel seit etwa 20 Jahren wieder liebevoll an den Mostbirnbaum und den einzigartigen Birnmost. Einzigartig deshalb, weil Most nämlich in den anderen Mostgegenden Europas hauptsächlich aus Äpfeln gegoren wird. Wobei Birnmost nicht gleich Birnmost ist. Wenn man sich beispielsweise im Mostbirnhaus in Stift Ardagger durch das breite Angebot durchkostet, wird man sehr bald Unterschiede zwischen den einzelnen Mostbirnsorten wie der Schweizer Wasserbirne oder der Roten Pichlbirne feststellen können. Die Wiederbesinnung auf den Most hat aber nicht nur zu reinsortigen Birnmosten geführt. In den letzten 20 Jahren wurden wieder vermehrt Obstbäume gepflanzt, Mostpressen in Stand gesetzt, in den Wirtshäusern wird wieder Most serviert und zur Blüte im Frühjahr gibt es zahlreiche Feste und Feiern dem Mostbaum zu Ehren.

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