Die Strategin Maria Theresia

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Auf den Spuren Maria Theresias durch Niederösterreich

Der Most im Mostviertel, die Erdäpfel im Waldviertel und die Schwarzföhre in der Thermenregion – das alles und noch viel mehr hat Niederösterreich Maria Theresia zu verdanken. Das umfangreiche Werk von Kaiserin Maria Theresia in Niederösterreich umfasst nicht nur Prachtbauten, sondern auch viele kulinarische und landschaftliche Spuren.

Große Regentin

Maria Theresia – die Tochter von Kaiser Karl VI. und Elisabeth Christina von Braunschweig-Wolfenbüttel – war mit bereits 23 Jahren die erste Frau am Habsburgerthron. Im Mehrfrontenkrieg setzte sie sich gegenüber Europas andere Herrscher durch und wurde zur bedeutenden Reformerin in Verfassung, Bildung und Wirtschaft Österreichs. Diese Bereiche prägte sie bis in die Gegenwart mit. Maria Theresia war nicht nur eine sehr fürsorgliche Mutter von 16 Kindern, sondern begriff sich auch als Landesmutter. Mit starker Entschlusskraft nahm sie auch scheinbare Bagatellen in die Hand. So verordnete sie im Mostviertel die Anpflanzung von Streuobstbäumen entlang sämtlicher Landes- und Bezirksstraßen. Der Most Boom nahm somit seinen Anfang und hält bis heute an. Sie ließ im Waldviertel die ersten Erdäpfel versuchsweise im Freiland aussetzen und begründete damit die große Erdäpfeltradition in dieser Region. Im Steinfeld und in der Thermenlinie wurden in ihrer Zeit weitläufige Föhrenwälder angelegt , um eine Versteppung der trockenen Landschaft entgegen zu steuern.l

Spuren der Vergangenheit

1755 erwarb die Regentin Schloss Hof, Österreichs größte Schlossanlage auf dem Land und schenkte das prachtvolle Anwesen ihrem geliebten Gatten Franz Stephan von Lothringen, damit dieser sich hier „von der Last des Regierens erleichtern“ konnte. Schloss Niederweiden wurde von Maria Theresia sozusagen im Package mit Schloss Hof erworben. Mit Schloss Laxenburg, das unter Maria Theresia zu heutiger Größe ausgebaut wurde und das zum Lieblingsschloss von Gemahl Franz Stephan von Lothringen avancierte, und der Burg in Wiener Neustadt, die von der Kaiserin zur Militärakademie umgewandelt und damit zum Herzstück ihrer Militärreform wurde, besitzt Niederösterreich zwei weitere große historische Anlagen mit starkem Bezug zur Kaiserin. Aber auch dort, wo man es eher nicht vermuten würde, trifft man auf Spuren der Jubilarin. Zum Beispiel in der Nadelburg bei Lichtenwörth, einer historischen Nadelfabrik, die von Maria Theresia gefördert wurde. Oder im Cafe Maria Theresia in Kaumberg, das so heißt, weil hier die Kaiserin auf dem Weg nach Mariazell nächtigte und wo das sogenannte „Kaiserzimmer“ mit seiner einzigartigen Stuckdecke besichtigt werden kann.