Margot Pilz in der Kunsthalle Krems

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Kosmopolitisch und lebendig: Längst gilt die Kunsthalle Krems als ein herausragendes Ausstellungshaus, dessen Relevanz für Gegenwartskunst unbestritten ist.

MARGOT PILZ „SELBSTAUSLÖSERIN"

In der zentralen Halle der Kunsthalle Krems zeigt Pilz eine Installation, die sich auf ihre Arbeit Kaorle am Karlsplatz bei den Wiener Festwochen aus dem Jahr 1982 bezieht. Rund um das Wasserbecken vor der Karlskirche ließ Pilz damals einen Strand mit einer Palme aufschütten. Der öffentliche Raum wurde von der Kunst sinnlich in Besitz genommen, ganz ohne kommerzielle Nutzung. Für Krems wird eine neue – ernüchternde – Version realisiert: Im Wissen um die Zerstörung der Natur zeigt Pilz eine Insel im geschlossenen Raum, der Strand besteht aber nicht aus Sand, sondern aus Mikroabfällen und Plastikmüll. Videos, Ausdrucke und Medienskulpturen aus den frühen 1990er-Jahren zeigen, dass Pilz auch schon sehr früh mit den damals neuen Medien arbeitete.

Außerdem zu sehen: Aktuelle Keramikskulpturen, die den Körper im Raum behandeln. Die Neonskulptur Göttin schuf Eva, die Pilz eigens für die Ausstellung konzipiert hat, zeigt etwa eine feministische Deutung der Schöpfung, angelehnt an Michelangelos berühmtes Fresko in der Sixtinischen Kapelle. In den letzten Jahren hat sich Pilz mit ihrem Altwerden beschäftigt. Die Fotos und Videos, die sich mit dem Prozess der körperlichen Veränderung und des eigenen Umgehens damit auseinandersetzen haben eine ungeheure Kraft, ohne wehleidig oder beschönigend zu sein. Sie zeugen auch vom ungebrochenem künstlerischen Elan der 1936 im niederländischen Haarlem geborenenen Künstlerin.

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