Klosterneuburger Fasslrutschen

Beim Leopoldifest wird seit Jahrhunderten über das „1000-Eimer-Fass“ im Stift Klosterneuburg gerutscht.

Zu Ehren des Schutzpatrons und zur Erfüllung der eigenen Wünsche: In Klosterneuburg findet zu Leopoldi eine äußerst beliebte Rutschpartie statt.

Rund um den 15. November wird in Klosterneuburg das Leopoldifest gefeiert, und zwar seit Jahrhunderten. Geehrt wird dabei Leopold III., berühmt geworden als Markgraf von Österreich (1095–1136), Gründer des Stifts Klosterneuburg sowie Landesheiliger von Niederösterreich und Wien. Im Mittelalter wurden an diesem Tag Fleisch, Brot, Wein und silberne Pfennige mit den Bildnissen des Schutzherren und seiner Gattin Agnes verteilt. Fleisch, Brot und vor allem Wein sind dem Fest geblieben. Die traditionelle Weinverkostung in der Babenbergerhalle – die Leopoldi-Weinkost – gibt Gelegenheit, die Produkte der Klosterneuburger Weinhauer zu testen. Und am traditionellen „Gschirrmarkt“ werden neben Haushaltswaren auch Speck und Backwaren angeboten.

Hauptattraktion: Fasslrutschen

Trotz des modernen Vergnügungsparks am Rathausplatz ist für viele Besucher die eigentliche Hauptattraktion des Leopoldifestes eine eher bodenständige, nämlich das Fasslrutschen im Binderstadel des Stiftes Klosterneuburg. Gerutscht wird gegen einen geringen Obolus über das rund vier Meter hohe und 56.000 Liter fassende „1000-Eimer-Fass“ aus dem Jahr 1704, das ursprünglich den Zehentwein für die geistliche Grundherrschaft zum Inhalt hatte. Zurückverfolgen lässt sich der Brauch bis ins Jahr 1814. Vorbilder waren wahrscheinlich die Weinbauern, die auf der einen Seite auf das Fass hinaufstiegen, oben ihren Most hineingossen und auf der anderen Seite –weil es halt geschwinder ging – wieder hinabrutschten.

Wünsch Dir was

Dass der Brauch bis heute so außerordentlich beliebt ist, ist weniger auf das sportliche Erlebnis, als auf das Gerücht zurückzuführen, dass die Rutschpartie zuverlässig für die Erfüllung jedes Wunsches sorge. Einige Wünsche werden auf jeden Fall erfüllt – der Reinerlös kommt nämlich Pater Georg Sporschills Initiative für rumänische Straßenkinder zugute.

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