Egon Schiele Museum Tulln

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Das Museum in Egon Schieles Geburtsstadt Tulln zeigt von 28. März bis 8. November 2020 eine Jubiläumsausstellung.

Eine eigens eingerichtete Schatzkammer zeigt Originalwerke des Künstlers, Zeitzeugengespräche erwecken mittels augmented reality Szenen aus Egon Schieles Welt zum Leben.

Als Egon Schiele, einer der wichtigsten Wegbereiter und Vertreter der Wiener Moderne, 1918 mit nur 28 Jahren an der Spanischen Grippe stirbt, gilt er vielen bereits als der wichtigste österreichische Künstler seiner Zeit. Anlässlich seines 130. Geburtstages am 12. Juni 2020 zeigt das Egon-Schiele-Museum an der Donaulände in Tulln in der Schatzkammer über ein Dutzend Originalwerke aus seiner sogenannten „Akademiezeit“ (1906–1909).

Schieles Kindheit in Tulln

„Gegen den Willen des Vormunds Leopold Czihaczek erkämpft Egon Schieles Mutter die Aufnahme des erst 16jährigen an der Akademie der Bildenden Künste. Sein Talent wurde dort zwar erkannt, aber nur im Geiste der kaiserlich-königlichen Lehre gefördert. Dass Schiele sich hier nicht verstanden fühlen konnte und seine Karriere als Anführer einer neuen Bewegung junger Künstlerinnen und Künstler geplant hatte, passt somit ins Bild eines rebellischen und über alle Maßen begabten Jugendlichen, der die Kunst der Moderne maßgeblich prägen sollte“, so Christian Bauer, seines Zeichens ein ausgewiesener Experte und Kurator der Schiele-Ausstellung.

Die Akademiezeit

„Anlässlich seines 130. Geburtstags zeigen wir genau diese drei Jahre: Vom jungen Schiele, der als Wunderkind von seiner Familie herumgereicht wurde, über die akademische Ausbildung bis hin zur Emanzipation und zum Bruch mit derselben. Wir erzählen diese Geschichte an jenem Ort, an dem sein Leben aber auch seine künstlerische Karriere ihren Ausgang nahmen, denn begonnen hat alles, als er vom Dach des Bahnhofs in Tulln Züge zeichnete“, so Bauer weiter. Neben der Schatzkammer mit den Originalwerken laden auch heuer wieder sechs audiovisuelle Stationen zu einer Reise des weltberühmten Künstlers an die wichtigen Orte seines Lebens ein: nach Tulln, Klosterneuburg, Neulengbach, Krems, Mühling – und während seiner Akademiezeit Wien. In diesen Installationen sind die Originalstimmen seiner Schwestern Melanie und Gerti Schiele sowie seiner Schwägerin Adele Harms zu hören. Sie basieren auf Interviews, die Alessandra Comini, Doyenne der Schiele-Forschung, als junge Studentin in den 1960er-Jahren geführt hat und nehmen einen mit auf eine authentische Zeitreise in die Welt des Ausnahmekünstlers.