donaufestival

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Das donaufestival ist wieder Plattform für zeitgenössische Performance, Musik, Theater, Installationen und bildender Kunst.

„In The Year Of The Metal Ox”: Das chinesische Sternzeichen für das Jahr 2021 ist Motto für ein Festival im Zeichen einer Pandemie.

Unterbrechung, Irritation, Störung: Was in früheren Jahren zum Grundvokabular künstlerischer Verfahren gehörte, erscheint nach eineinhalb Jahren Pandemie und dem Leben mir ihr in einem anderen Licht. Der Mensch sucht wieder nach Kontinuität, nach Verbindungen und vor allem nach realen Begegnungen.

In The Year Of The Metal Ox

Der Titel des donaufestivals 2021 bezieht sich auf das chinesische Sternzeichen eines Jahres, das noch immer im Zeichen einer Pandemie steht. Diese kennt zwar kein Außen, betrifft aber nicht alle gleichartig. Sie spitzt vielmehr gesellschaftliche Bruchstellen zu und fordert ungeahnte künstlerische Umgangsweisen mit Körperlichkeit und Technik, Intimität und Kollektivität heraus.

Die kanadische Musikerin Kìzis, die in Krems mit einem Streichquartett auftreten wird spielt aus ihrem Album Tidibàbide / Turn. Sie erzeugt mit ihren unbekümmerten Klängen eine Ahnung eines kommenden queeren Volks, das indigen und technopopaffin zugleich sein kann. Ira Melkonyan & the rubberbodies zeigen in ihrer Installation Upstairs Geology 50/50 eine fragile Konstruktion voller beweglicher Flüssigkeiten, die im wahrsten Sinne des Wortes leckt und rinnt und der menschlichen Steuerung entzogen scheint.  Hinzu gesellen sich diverse unter pandemischen Vorzeichen sich neu entwerfende Arbeiten bzw. überhaupt Neuentdeckungen. Zum Beispiel Summit, die Beschwörung eines kommenden Ereignisses von planetarischer Größe, das die erstmals in Österreich auftretende ungarische Performancegruppe Hollow in Szene setzt.

Musikalisch reicht der Bogen vom Noisextremismus des kenianischen Duos Duma bis zur vom Sufi-Gesang inspirierten, zartfühlenden Trauermusik der pakistanischstämmigen Sängerin Arooj Aftab. Von Krautrockreminiszenzen von Die wilde Jagd bis hin zur offenen gestimmten Befreiungsmusik von Decolonize Your Mind Society oder zu Gesangsmanipulationen von Lyra Pramuk. Heimische Acts wie Gischt, Conny Frischauf oder Phantom Gold sind am donaufestival ebenso zu hören wie der afrofuristische Jazz von Aho Ssan, der von angolanischen Kudoro-Rhythmen inspirierte scharfkantige Rap von Nazar oder der erste Österreich-Auftritt der Londoner Band Black Country, New Road.

Auch die das zweite Wochenende rahmenden Vorträge und Gespräche mit dem Künstler und Internettheoretiker James Bridle oder dem auf ein neues Verständnis von Ökologie und Natur abzielenden Philosophen Timothy Morton schlagen den Verbund von künstlichen und künstlerischen Intelligenzen vor. Damit können wir etwas anfangen. Auf dass wir alle uns in einem gemeinsamen Raum wiederfinden. Bereit, berührt und bewegt zu werden. Offen für die Sounds und die Bilder, die Erfahrungen und die Empfindungen, die einen Unterschied machen können.

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