Der Weinherbst und die Kunst

zum Reiseplaner hinzufügen

Wir empfehlen 3 ausgewählte Kultur-Events im Rahmen des Weinherbstes Niederösterreich.

„Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens", sagte der Schriftsteller Jean Paul. Wie gut sich Wein und Kunst ergänzen, zeigen unsere ausgewählten Kulturtipps im Weinherbst Niederösterreich.

Philipp Hochmair ist Werther!

Seit 1997 ist „Werther!“ bereits auf Erfolgstour. Der jugendliche Geniestreich der beiden Theatermenschen Philipp Hochmair und Nicolas Stemann schaffte es vom Nürnberger Klassenzimmer immerhin bis ans Wiener Burgtheater: Ein junger Mann stürzt sich kopfüber in eine unglückliche Liebesgeschichte, an der er schließlich zerbricht. Eine Innenschau auf die Seele eines Unglücklichen, auf die Mechanismen der Selbstzerstörung. Doch welche Relevanz hat Goethes gefühlsschwangerer Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ in Zeiten von Facebook, Twitter und Co. überhaupt noch? Das Duo inszeniert Werthers Geschichte unter Verwendung des Originaltextes aus ihrer persönlichen, heutigen Sicht als eine kurzweilige Mischung aus Lesung, Monodram und Performance, zu sehen am 6. September 2019 in den Kittenberger Erlebnisgärten in Schiltern. Prädikat: sehr sehenswert!

Von Wolfsgruben und Frauenhaar

Im Rahmen des Festivals „Wachau in Echtzeit“ entführen Marcus Zuba und Kajetan Dick am 27. Oktober in die Wachau von früher: alte Flur- und Riedennamen, Wildpflanzennamen (etwa Wolfsmilch) und verborgene Wolfsgruben weisen die die Region nämlich als altes Wolfsrevier aus. Begleitet von Sagen und überlieferten Wolfsmärchen, gelesen von Publikumsliebling Kajetan Dick, führt die Wanderung vom Heurigen „Strawanzer“ Weingut Donabaum in Spitz in den Naturpark Jauerling. Waldpädagoge und Wolfsvermittler Marcus Zuba zeigt eine der schönsten Kulturlandschaften Mitteleuropas einmal unter einem ganz anderen Aspekt. Wegzehrung ist ein Jausensackerl, als Abschluß geht es dann retour zum „Strawanzer“, hier werden kleine Speisen und natürlich auch Wachauer Wein verkostet.  

Septemberlese in Langenlois

Längst ein Fixpunkt im niederösterreichischen Veranstaltungsreigen ist die Septemberlese in Langenlois, ein kleines, feines Festival, das heuer am 21. und 22. September zum dreizehnten Mal stattfindet. Die Zutaten zu dieser bekömmlichen Cuvée: hochwertige zeitgenössische Literatur, kongeniale Musik und exzellenter Wein! Kostprobe gefällig? Die ukrainische Autorin Marjana Gaponenko etwa liest aus ihrem aktuellen Buch „Der Dorfgescheite“, Thomas Sautner entführt uns in „Großmutters Haus“ und „Wie man Dinge repariert“ erfahren wir im fulminanten Debütroman von Martin Peichl. Sigrid Horn kommt mit ihrer Ukulele im Gepäck: die ehemalige Frontfrau von „wosisig“, bekannt auch durch den Protest-Song-Contest, singt samt Band aus ihrem ersten Solo-Album „sog i bin weg“.