25 jahre galerie gugging

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Der niederösterreichische Ort Gugging im Wienerwald nahe Klosterneuburg ist für die internationale Kunstwelt zu einem Begriff geworden.

Die Kunst der Gugginger Gruppe wird der Art Brut zugerechnet. Der Maler Jean Dubuffet, der diesen Begriff prägte, bezeichnete damit eine „edle, herbe, ursprüngliche Kunst” mit einer höchst persönlichen und unangepassten Formensprache.

Kunst ohne Vorbilder

Das „Haus der Künstler“ auf dem ehemaligen Gelände der Landesnervenklinik Gugging ist keine Abteilung des Krankenhauses, sondern eine Wohngemeinschaft. Leo Navratil, Psychiater an der ehemaligen Landesnervenklinik in Maria Gugging im Wienerwald, hatte erkannt, dass einzelne seiner Patienten Bilder anfertigen, die weder in die Gruppe der Laien noch in die Gruppe der Psychotiker passten. Die Gugginger produzieren Kunst, die als Art brut in der Kunstgeschichte ihren Platz gefunden hat, die künstlerische Avantgarde war begeistert von dieser neuen Formensprache, einer Kunst ohne Vorbilder. „Zusammen mit dem Haus der Künstler, dem museum gugging und dem offenen atelier gugging, ist die galerie gugging heute ein Ort der Kunst geworden, der einmalig ist … ", so Prof. Dr. Johann Feilacher, der die Galerie 1994 begründet hat. Und die Maler Johann Hauser, Oswald Tschirtner und August Walla gelten heute weltweit als anerkannte Künstler.

Noch bis 28.02.2020: Happy 25th Birthday galerie gugging!

Das Ausstellungskonzept anlässlich des Jubiläums ist so einfach wie spannend: für jedes der vergangenen 25 Jahre von 1994 bis 2019 wird ein Werk eines von der Galerie vertretenen Künstlers sowie internationaler Kollegen entlang einer Timeline präsentiert. Den Beginn macht 1994 Fritz Koller mit „Frau“, einem absolutes Sammlerstück mit der für Koller typisch verschobenen Physiognomie. Weiters gibt es unter anderem Werke von birdman – Hans Langner, Michel Nedjar, Arnold Schmidt, der heuer seinen 60. Geburtstag gefeiert hat, Günther Schützenhöfer oder August Walla zu sehen. Auch Arbeiten von Laila Bachtiar, deren Werke dieses Jahre in der Ausstellung „Flying High: Künstlerinnen der Art Brut“ im Kunstforum Wien präsentiert worden sind, Leonhard Fink, Helmut Hladisch, Lejo sowie Jürgen Tauscher, kann man in dieser besonderen Ausstellung bewundern. Von Leopold Strobl, dessen Werke sich mittlerweile auch in der Sammlung des MoMA New York befinden, wird eine Arbeit aus 2016 zu sehen sein. Komplettiert wird die die Timeline mit „Calendar Engine“ von George Widener, der heuer in Gugging zu Gast war und dessen Werke sich u. a. in den Sammlungen des American Folk Art Museum (New York/USA) und der Collection de l’Art Brut (Lausanne/Schweiz) befinden.