Bucklige Welt
Sooo schön klingt die Bucklige Welt
Waldbühne Bucklige Welt

Seit 2004 findet jährlich auf der Waldbühne Bromberg ein kulturelles Freiluftspektakel statt. Bis jetzt standen die Theaterstücke ganz im Zeichen der Hexengeschichten um Afra Schickh, eine Hexe die im 17. Jh. in Bromberg lebte.

In der 6. Spielsaison im Jahr 2009 wurde aus dem "Hexensommer" die "Waldbühne" Bucklige Welt, da die Auswahl der Stücke nun nicht mehr auf das Thema Hexen und Zauberei eingeschränkt wird.

Mit Wilhelmine von Hillerns 1875 veröffentlichtem und mehrmals verflimten Klassikers "Die Geierwally" setzt die Waldbühne Bucklige Welt 2009 einen sommerlichen Theaterakzent. Es agieren auch heuer wieder Profi-Schauspieler mit rund 30 Laienakteuren aus der Buckligen Welt. Die Hauptrolle übernimmt Bernadette Abendstein (Theater in der Josefstadt).

Vorstellungen "Die Geierwally"
FR, 3. Juli 2009 (Premiere)
4. Juli, 8. bis 11. Juli, 16. bis 18. Juli
jeweils 20.30 Uhr

Tickets und Infos unter 02629/8234


Bromberger Hexenweg
Afra Schickh - ein Frauenschicksal im 17. Jahrhundert.

Afra Schickh kam vermutlich mit Wallfahrern aus Maria Zell Anfang des 17. Jhdts in das Schlattental. Sie war zweimal verheiratet und hatte neun Kinder. Fünf davon starben. Sie bewirtschaftete eine kleine Keuschen in der Schlatten bei Bromberg, genauere Umstände, wo sich dieses Haus befand, sind nicht bekannt. Afra Schickh war in dieser Region bald eine gefragte Kräuterfrau und Wahrsagerin. Natürlich kam sie wegen dieser Fähigkeiten auch bald in Verruf. Damals genügte schon eine einzige Aussage, um eine unschuldige Person wegen Hexerei und Zauberei in die Mühlen der Justiz zu bringen. Entlastungszeugen oder Verteidigung gab es nicht, man war der Willkür ausgeliefert.

Tiefverwurzelter Aberglaube im Volk, irrationale Ängste, die theologische Hexen- und Teufelsvorstellung der kath., wie evangel. Kirche, sowie ständige soziale Not und kriegerische Einfälle aus dem Osten taten das ihre: Die Suche nach den Sündenböcken begann. Zum größtenteil entlud sich dieser aberwitzige Wahn an Frauen.

Afra Schickh wurde im August 1671 verhaftet. Man warf ihr vor, sie habe mit dem Teufel gebuhlt, nächtens mit ihm durch die Luft gefahren, den Kühen die Milch verdorben, Leute absichtlich krankgehext und furchtbare Wetter und Schauer erzeugt. Was blieb der armen, inzwischen über 60 Jahre alten Frau über, als angesichts der Daumenschrauben, spanischen Stiefel, Streckbank und anderer Widerwärtigkeiten, zu gestehen, was sie nicht begangen hatte ...

Das Urteil war grausam: Tod auf dem Scheiterhaufen. Am 11. Dezember 1671 war es soweit. Afra Schickh, die harmlose Kräuterfrau aus Bromberg starb in Wiener Neustadt auf dem Scheiterhaufen einen qualvollen Tod.

Das ist fast 400 Jahre her, aber immer wieder taucht Afra Schickh in Erzählungen und Geschichten auf. Die Dorferneuerung Bromberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit dem Bromberger Hexenweg nicht nur an Afra Schickh, sondern auch an all die anderen unschuldigen Opfer dieses dunklen Kapitels Geschichte zu erinnern. Das Vergessen-werden --- ist nämlich der schrecklichste aller Tode ...


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